entdeckt und entwendet bei Julia

1.) Lieder- Top 3 2010


Platz 3: Gil Scott-Heron „Me and the Devil“
Platz 2: Sleigh Bells „Infinity Guitars“
Platz 1: Gorillaz „On Melancholy Hill“

2.) Ätz-Lieder-Top 3 2010
Platz 3: Shakira „Waka Waka“
Platz 2:
Israel Kamakawiwo´ole „Over the rainbow“

Platz 1: Lena „Satellite”

3.)Top Band 2010: Massive Attack

4.) Ätz-Band 2010: Take That

5.) Top- Solokünstler 2010 weiblich: MIA & männlich Eels (End Times)

6.) Ätz- Solokünstler 2010 weiblich: Lady Gaga & männlich: Justin Bieber (war aber ´ne zu leichte Frage)

7.) Wiederentdeckung 2010: ein paar VelvetUndergroundPlatten, und einige DoorsSachen … I really seem to be old school …

8.) Neuentdeckung 2010: Warpaint und Feist

9.) Eine große Enttäuschung war 2010 für mich … Enttäuschung ist sicher das falsche Wort, aber Ohnmacht und Wut bei der kriminellen Verantwortungslosigkeit der LoveParadeOrganisatoren …

10.) Eine große Überraschung war 2010 für mich … die Rolling Stones Live „Shine a light“ DVD (erst in diesem Jahr gekauft)

11.) Lieblingsalbum 2010 : The National „High Violet“

12.) Konzerte 2010: wohl besser VERPASSTE Konzerte: Sophie Hunger im Nürnberger Hirsch z.B.

13.) 2011 werde ich (vielleicht) einläuten mit … Lou Reeds´“Perfect Day“, passt immer und überall, auch wenn es wahrscheinlich nicht sein bester Song ist …

14.) Mein Wunsch für 2011 … musikalischen Weitblick zu erlangen ..

15.) Mein guter (musikalischer) Vorsatz für 2011 … mehr Live Konzerte besuchen, und vielleicht auch mal bei ‘Rock im Park’ 2011 dabei sein, liegt ja praktisch auf dem Weg (würde sonst noch jemand mitgehen ?)

Bestes Video: N.e.r.d. Hynotize U

Bestes Album: Gorillaz Plastic Beach

Bester Song: Zola Jesus ‘Night’

Beste Serie: ‘Breaking Bad’, eine TV Series, die mit jeder neuen Episode die ungeschriebenen Gesetze (amerikanischer) Unterhaltungskultur revolutioniert und geschickt zu unterwandern weiß..

Bester Schauspieler: James Gandolfini in ‘Welcome to the Rileys“, wobei dieser Kerl sowieso in JEDEM Film brilliert …

Beste Schauspielerin: Natalie Portman

Beste Band: The National

Beste deutschsprachige / deutschstämmige Band: Wir sind Helden

Beste Songzeile (national): “Kabinenparty getscho gemma vulgas“
(Skero feat. Joyce Muniz)

Beste Songzeile (international): “You got blood on your hands
And I know it’s mine!” White Lies (Unfinished Business); auch auf die Gefahr hin, dass es kein echter 2010Song ist …

Newcomer des Jahres: Zola Jesus

Comeback des Jahres: Drew Barrymore in ‘Going the Distance’ (ok, so richtig ‘weg’ war sie ja nie, doch in letzter Zeit hat sie nur keine erinnerungswürdigen Filme mehr gedreht …)

überflüssigstes Comeback des Jahres: Marius Müller-Westernhagen

Movie of the Year: ‘Somewhere’ von Sofia Coppola; ein unaufdringlicher Film über den langen Schmerz der Einsamkeit.

Enttäuschendster Film des Jahres: ‘The Tourist’; Johnny Depp als unfreiwillig tollpatschiger sexiest MathTeacher alive, das kauf ich ihm einfach nicht ab …

DVD des Jahres: Up in the Air (oder war das letztes Jahr ?)

Buch des Jahres (national): Schmetterlingspuppe von Nana Schweitzer

Buch des Jahres (international): ‘Sperm & Egg’ von Ryan Boudinot

Überflüssigstes Buch des Jahres: Sarrazins` „Deutschland schafft sich ab“, dicht gefolgt von Hegemanns’  „Axolotl Roadkill“ und grundsätzlich alle vonHirschhausenGlücks[Tassen]Bücher …

Bestes Online Radio: egofm.de

Bestes Interview: Stuckrad-Barre mit dem sprachgestörten BildungsbürgerProleten Th. Sarrazin auf ZDFneo (vielleicht sollte ihm mal jemand „Deutsch für Dummies“ schenken); ex aequo: Julian Schnabel in Der Süddeutschen Zeitung.

Beste professionelle Website: spex.de

Meist besuchte Website (personal): aHeadwork und Mampfkatze

Aufreger des Jahres: jede zu Tode abfotografierte und mediengehypte PromiHochzeit, in diesem Jahr Victoria von Schweden und Daniel W(r)estling

Bestes Magazin des Jahres: www.dummy-magazin.de

Meist unterschätzte Person des Jahres: Joaquín Phoenix

Meist überschätzte Person(en) des Jahres: Lady Gaga / Thilo Sarrazin / Loki und Helmut Schmidt, Stephanie und Karl-Theodor zu Guttenberg

Verpasstes Live_Event des Jahres : Brückenfestival Nürnberg

Must have des Jahres: Iphone4 von Apple (hab ich natürlich nicht ;-) )

No-Go-Areas des Jahres: all Public Viewing Places … grundsätzlich überall dort, wo Fußball pervertiert wurde.

Nürnbergs strangest location: Literaturhaus Nürnberg

Nürnbergs best new location: Café Vitrine

Bester Monat des Jahres: Juli

Schlimmster Monat des Jahres: Dezember

Most stylish people : Natalie Portman

Worst stylish people: Lady Gaga in ihrem FleshDress

Politischster Moment des Jahres: WikileadsEnthüllungen; wir brauchen definitiv mehr Assanges

Zitat des Jahres: „Unsere Familie hat zu viel Unterbewusstsein“ O-Ton meiner inzwischen grandios pubertierenden Tochter

(Wieder)Entdeckung des Jahres: die CoenBrothesFilme (außer No Country for old Men: für mich immer noch zu unlustig_brutal); am genialsten, trotz abschreckender StarPower): ‘Burn after Reading’ (naja, eigentlich auf gleicher Augenhöhe mit: ‘A serious Man’; ich kann mich da schwer entscheiden, welchem dieser Filme ich den Vorzug geben soll; sie tragen beide diesen unerreichbar lässigen, schwarzen CoenHumor)

Best place to be: Über den nördlichen Dächern von Nürnberg (un jour mémorable avec elle)

Best fragrance: Gucci – Envy me

Best Food-Creation: ok, schleichwerbungsgespoilt: Philadephia´s „Feta & Gurke“

Most shocking picture: Pete Doherty bei der Vorstellung seiner eigenen SchmuckCollection Anfang diesen Monats; der Typ ist echt pummelig geworden, sonst war er ja immerhin noch faszinierend hässlich …

Eine Persönlichkeit, die über 2010 hinaus fehlen wird: Christoph Schlingensief

Most awaiting moment (2011): das neue Adele Album „Adele 21“ und natürlich den neuen CoenFilm: „True Grit“

Dinge ändern sich. Menschen ändern sich. Mit den Dingen.  Menschen ändern Dinge.  Wenn alles im Gleichgewicht ist, ein nahezu organischer Prozess. Das Leben ist im Fluss (slow flow, slow motion) und diese Änderungen kaum wahrnehmbar. Gerät diese Balance ins Wanken, werden Risse und Unebenheiten sichtbar. Dann wird es spannend. Und unerträglich. Irgendwie beides auf einmal.

Das ist der Grund für einen ZweitBlog. Für einen zweiten SprachSpielplatz, auf dem ich mich unpädagogisch austoben kann. Mich schmutzig machen. Und mich reinwaschen.  Ein zweiter TherapieStandort.  Something new and different. Eine Ladestation. Ein Ruhepol vor dem Sturm.

Ich bin 43. Männlich. Feminin. Yin und Yang. Ich bin im gleichen Jahr und gleichen Monat wie Kurt Cobain geboren. In manchen Momenten fühle ich  mich unendlich alt.  Und ich entschuldige mich zu viel. Ich entschuldige mich oft sogar für meine Entschuldigungen. Suche Mitleid und fange dann unbarmherzig an zu jammern. Und manchmal schweige ich. Tagelang. Und dann wieder gerate ich in einen unkontrollierbaren Redeschwall.  Ich fange an, mich zu hassen.

Zur Zeit ist mein Ich an einem Punkt angelangt, an dem es nicht mehr weitergeht. So nicht mehr weitergeht. Es muss etwas passieren. Der Knoten in meinem Herzen hat sich vergrößert. Es ist überproportional zu den Lügen, die  sich hinter meinen Wahrheiten verstecken, angewachsen.  Ein Leidensdruck, der dieses Ungleichgewicht dann sichtbar werden ließ. Pain could be useful. Obwohl ich den “alles im Leben hat einen Sinn, auch das Leiden”_ Spruch nicht mehr hören kann. Leiden ist scheiße. Leiden tut weh. Und Leiden frisst einen langsam, Stück für Stück, auf. Manchmal dauert es Jahre. Und manchmal nur Sekunden bis man verschlungen ist. Das Bild von dem Raubtier (“un fauve”) im Bauch einer Schlange trifft es da schon ziemlich genau. Ich habe “Den kleinen Prinzen” sehr oft gelesen. Aber eigentlich kann ich mich nur an die Illustrationen erinnern.

Das  Leben allgemein kann sehr gefräßig werden. Wenn man es zulässt.

Ok, ich merke, dass ich sehr “passiv” schreibe. Immer passiert etwas . Und nicht ich lasse etwas passieren. So war es immer. Ich hielt mich im Hintergrund auf, ging in Deckung, unscheinbar und unbeweglich. Nein, es ist auch jetzt so, dass ich ein unsichtbares Faktotum bin. Jemand, dem man alles anvertrauen kann, weil er sowieso niemandem etwas weitersagt, weil es niemanden gibt.  Bei mir sind Geheimnisse also gut aufgehoben. Theoretisch, weil es in der Wirklichkeit ja so gar nicht “passiert”.

Anyway: mein Hauptblog wird täglich mit neuem Material gefüttert. Diese Power Station nur dann, wenn eine meiner psychischen Waagschalen ein Über_gewicht aufweist und ich die künstliche Ordnung wieder herstellen muss.

Am Ende eines jeden posts in meinem midlifeloverBlog erscheint immer der Song, den ich gerade gehört habe. Was ich hier “machen” werde, weiß ich noch nicht.

Deshalb: irgendwelche Ideen ? Von Euch ? Wer immer Ihr auch seid …

Im erweiterten Sinn leide ich an selektiver Wahrnehmungsstörung.  Ich nehme nur das wahr, was ich wahrnehmen will.  Mein Ego filtert alle schädlichen Stoffe aus dem “normalen”  Wahrnehmunggsspektrum heraus und stellt daraus einen harmloseren blue print zusammen. Eine Art koffeinfreier Kaffee, mit geschmacksneutralen Botenstoffen  (mental sugar & spice).

Mittlerweile hat sich dieser Prozess verselbstständigt. Und die vom Gesprächspartner gestellte Frage: “Hörst du mir überhaupt zu ?” könnte dann nur mit einem halben Ja beantwortet werden.  Oder mit einem schuldbewussten halben Nein. Aber solche Fragen werden mir zum Glück nicht oft gestellt.

Außerdem habe ich nicht nur ein eingeschränktes Blick- und Hörfeld, sondern ich nehme auch Dinge wahr, die  so gar nicht da sind.  Ich ergänze fehlende Teile, manchmal aber lösche ich auch vorhandene Dinge. Fahre mit meinem synaptischen  Radiergummi über Personen, über deren Charaktereigenschaften, und mache sie so zu anderen Personen.

Details und eigentlich Nebensächliches rückt dadurch in den Vordergrund, und plötzlich werden aus den uninteressantesten Menschen ganz herausragende Persönlichkeiten  . Man muss sie nur aus der anonymen Masse entfernen, sie auf ein Podest stellen,  an ihnen herum schneiden und ein paar “Schönheitskorrekturen” vornehmen.

Natürlich widersprüchlich:  große Menschenansammlungen lassen mich zum Misanthropen werden , ein einziger Mensch dagegen wird zu einem faszinierenden Wesen. Und ich liebe Menschen. Ich liebe die Andersartigkeit. Das Lachen. Das Weinen.  Das Sein und Nichtsein.

Natürlich gibt es bei mir Grenzen. Leute, die ich trotz allem nicht verändern kann. Und will. Leute, die das sind, was sie sind. Da hilft kein Radiergummi im Kopf.

Und obwohl ich nicht  richtig abgrundtief hassen kann, hier eine Liste von trotzdem infrage kommenden  Personengruppen:

1. Rassisten

2. Kinderschänder

3. religiöse Fanatiker (Katholiken, Protestanten, Islamisten)

4. Tierquäler

5. Allesbesserwisser und AllesKönner

6. Homophobe

Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Außerdem gibt es da ja immer noch gewisse Schweregrade. Es existieren  unzählige Mitläufer, Sympathisanten, Schaulustige und Stammtischredner. Früher habe ich versucht, Gegenargumente zu liefern. Zu diskutieren. Jetzt nicht mehr. Es hat keinen Sinn, sich mit diesen Leuten auseinander zu setzen. Sie mit ihrer Dummköpfigkeit zu konfrontieren. Es ist sinnlos, weil diese Menschen es nie kapieren werden. Innerlich zerfressen sind von Hass, Wut und falschem Stolz. Manchmal wünsche ich ihnen auch einen erweiterten Blickwinkel … dass sie die Dinge und Menschen anders sehen könnten, so wie sie wirklich sind … also das  genaue Gegenteil meiner Störung: ich erfinde und erweitere, sie sollten nur das nackte, fleischlose Gegenüber erkennen können.  Ihr Feindbild ohne Feind …

Das Wetter scheint sich heute meiner Stimmungslage anpassen zu wollen. Draußen ein schmieriggrauer Wolkenschleier, es ist nicht warm, aber auch nicht richtig kalt. Noch nicht. Fast windstill.  Was, wenn man einen Bezug zu meinen inneren Werten herstellen will,  so nicht ganz stimmt: dieser düstere Wolkenbrei wäre meine derzeitige Motivationshaltung: ich kann nicht mehr, ich fühle mich ausgehöhlt. Es ist ein vollkommener, emotionaler burn-out.  Kampfesmüde werde ich mich meinem heutigen Schicksal ergeben.  So will ich es, und so wird es sein. Dieses meteorologische “Weder-Kalt-noch-Warm” ist jedoch nicht vergleichbar: ich brenne und verbrenne innerlich. Und bin doch nur Zuschauer meines vielleicht sogar selbst in Brand gesetzten Scheiterhaufens.

Es ist grotesk und wenn man es nüchtern betrachtet steckt in so einer Scheidung sehr viel Ironie. Scheidung ist eine rückgängig gemachte Heirat. Ein Verwaltungsakt. Etwas sehr Bürokratisches. Durchkalkuliert.

“Ja ich will.” Drei Worte mit weitreichenden Konsequenzen. Bei der Heirat denkt niemand an eine mögliche Trennung. Es ist wie bei der Geburt, wo niemand an den Tod denkt. Ganz natürlich, dass diese Endpunkte ausgeblendet werden. Und für immer heißt eben dann für auch immer. Der Ring als sichtbares Symbol dieser Unendlichkeit ist etwas zum Anfassen. Etwas, was einen, wenn man will, jeden Tag an diese Ewigkeit erinnert.  Man wächst und liebt mit dem Ring und irgendwann kann man ihn nur noch schwer abnehmen. Seifenlaugenwasser soll helfen. Aber auch hier die Ironie: der Ring hat sich uns angepasst, er passt und wird eng. Und manchmal wird dann trotzdem, was nicht passt, passend gemacht.  Man wächst mit dem Ring und gleichzeitig auch mit dem Partner. Man macht Kompromisse, nimmt das ein oder andere in Kauf, und lernt seine Toleranz und Großzügigkeit und die des Anderen kennen. Und “macht Liebe”. Liebesbeweise in Form von kleinen, auch um Liebe schreienden Babys.  Mit den Babys und die Liebe zu diesen Babys wächst die Verantwortung … und vielleicht möchte man noch mehr Verantwortung und noch mehr Liebe: dann macht man noch mehr Babys.  Eine total schöne und großartige Kettenreaktion leidenschaftlicher Momente.

Aber irgendwann passiert es dann trotzdem. Oft kriegt man es gar nicht mit. Und letztendlich ist es ein unsichtbarer, schleichender Prozess: die Liebe verändert sich. Entweder wächst sie oder sie schrumpft. Manchmal ist es so, dass einem der Alltag einholt. Oder man sich von ihm einholen lässt. Passive und aktive Abläufe lassen sich im Nachhinein kaum mehr rekonstruieren. Jedenfalls, ist dieser Alltag  ein sehr GEFRÄSSIGES Tier. Unersättlich in seiner Gier. Und dieses Tier stellt Fallen auf, in die wir Menschen dann zu gern hineingehen. Aus Bequemlichkeit, weil man schwach ist und es im Laufe der Jahre auf den ein oder anderen Kompromiss nicht mehr ankommt.  War man einst King and Queen, auf dem allerhöchsten Thron, so ist man vielleicht nur noch Prinz und Prinzessin. Was zwar auch ganz schön sein kann, aber trotzdem nicht dasselbe ist. Auch ein (im positiven Sinn) absolutistisch geführtes Schloss ist anfällig für Palastrevolutionen. Widerstände, die zu unkontrollierbaren Aufständen werden können. Wenn man nicht rechtzeitig was dagegen unternimmt. In der geschwächten Position als Prinzessin und Prinz immer noch gemeinsam die Feinde in die Flucht schlägt. Seite an Seite. Nicht Rücken an Rücken. Day and Night.

Liebe ist Herausforderung, Kampf und auch ab und zu mal Niederlage. Das gehört dazu. Macht einen nur stärker. Nur wichtig ist dass dieser Kampf in Krisensituationen nie allein ausgetragen wird. Dass man ZUSAMMEN ein unschlagbares Team bildet.

Alice und ich haben diesen Kampf nur sehr halbherzig geführt, haben uns unserer Schwäche hingegeben. Zu schnell und zu leicht unsere Waffen niedergelegt. Und jetzt gibt es nichts mehr, was einen Kampf rechtfertigt. Kein lohnenswertes Ziel. Kein Battlefield, und wenn dann mit vielen Leichen und “Halbleichen”  bedeckt.

Gibt es heute, am Scheidungstag, Frieden ? Ein Abkommen, das zumindest einen Waffenstillstand in Aussicht stellt ?

Ich weiß es nicht. Und das macht mir Angst. Schnürt mir die Kehle zu.  Es ist viel zu viel und doch zu wenig passiert. All die Lügen und Wahrheiten unserer Ehe zusammenaddiert. Was für ein Ergebnis würde herauskommen ? Wenn man außerdem noch sämtliche Nullstellen suchen würde,  Schnittmengen,  Vektoren … ?

Eine Gleichung mit vielen Unbekannten …das ist, was am Ende bleibt.

Und die Liebe, die guten und die schlechten Zeiten, Erinnerungen, stille Trauer … das Glück, Liebe erfahren zu haben. Dass man diese Liebe erwidern konnte.

Was bleibt, ist die Wärme. Der Körper, der  nachts (und auch am Tag) Schutz bot, die langen Küsse mit geschlossenen Augen, das NichtGenugKriegen vom Anderen. Das Reden und das Schweigen.  Das Denken und Nachdenken mit und an den Anderen. Das Einfach-Immer-Dasein ….

Daran möchte ich mich erinnern … für immer … forever.

Anderes Blog,  gleiche Gewohnheiten … old habits sterben ´eh jung. Also auch hier ab und zu ein kleiner youTubeClip. Bewegte akustische Bilder, die mir auf- und gefallen.  Zum leise Mitsingen. Kleines Headbangen verursachen.  Kopfkino eben. Damit ihr sehen und hören könnt, dass mein Leben eben nicht nur, aber auch ein tiefes Tal der Tränen ist:

Wenn ich mir den Clip so angucke, krieg ich Lust, mal wieder auf ein Livekonzert zu gehen.

OnlineSingleBörsen (gibt es ja 1000 andere Begriffe für dieses Phänomen) waren für mich als “AnfangsFremdler”  (also jemand, der wie ein Kleinkind die Personen, die ihm entgegentreten, mit Misstrauen und Angst begegnet; aber ich verhalte mich  nur die ersten 4 oder 5 Minuten so, danach geht es  irgendwie) die einzige Möglichkeit,  zu “kommunizieren”. To find a new love. Hört sich jetzt sehr pragmatisch an. Aber wer mich kennt, weiß wie problematisch es für mich ist, über diese erste zwischenmenschliche Hürde zu springen. Ich bin extrem schüchtern und beziehungsgestört. Und bis jetzt hat leider noch keine Frau, die Lücke, die Alice hinterlassen hat, füllen können.

Auf jeden Fall ist Schreiben  für mich viel leichter als Reden. Einfach unverfänglicher und diese ganze Aufwärmphase  fällt weg:  erste Blicke, das erste Hallo und leider auch dieses Gefühl, als würde sich automatisch der Raum, in dem man sich gerade befindet, verengen; als würden plötzlich nur noch diese eine Person und du anwesend sein … Optischemotionale Täuschung, schon klar. Aber das alles gibt es bei  einem Chat ja nicht. Da bist nur du, deine Tastatur und der oder die Andere, ebenfalls mit Tastatur. Dann das Eingabefeld und vielleicht noch ein paar akustische Signale. That´s all. Es ist so, als ob man von einer Raumstation zur anderen unverschlüsselte Botschaften senden würde. Outer space. Und du hast  -auch wenn du ein paar Profilbilder sehen solltest-,  keine Ahnung, wie dein Chatpartner wirklich aussieht. Ich halte sowieso nichts von solchem Anschauungsmaterial. Heutzutage kann man ja so einiges faken oder schönmalen. Ich schätze, über die Hälfte der pics stammen aus dem letzten Jahrhundert …

Naja, gestern Abend, in meiner spontanen Einsamkeit hab ich es wieder mal versucht: es gibt da ein ganz bestimmtes Forum,  in dem sich ein ziemlich breites Spektrum liebesbedürftiger Singles aufhält. Man kann die “Suche” sinnvollerweise noch eingrenzen. Konzentrische Kreise um den eigenen Standort ziehen. 100 km, 50 km, oder auch 0 km (also in unmittelbarer Nähe). Hab ich natürlich gemacht. Und ich hatte sogar Erfolg, wobei ich nie weiß, was ich als erstes in diese Eingabebox schreiben soll: “hi” ist mir zu blöd und irgendein cooler Spruch fällt mir erst Stunden später ein. Naja, es hat zumindest geklappt. Wir haben eigentlich ganz locker (fast 3 Stunden) vor uns hingechattet. Bis sie die Frage der Fragen stellte (ich habe nämlich kein Profilbild): “Wie siehst du überhaupt aus ?” Eigentlich hat sie im Vorfeld angedeutet, dass es ihr ziemlich egal sei. Aber eine gewisse Grundschönheit (den Begriff hab ich jetzt gerade erfunden) sollte ich schon mitbringen. Wenn mich jemand nach meinem Aussehen fragt, antworte sich sowieso immer diplomatisch: ” ich bin durchschnittlich hässlich”. Um ja keine falschen Erwartungen zu wecken. Und in diesem speziellen Fall habe ich dann doch noch untertrieben. Ich schickte ihr ein Bild von mir und  daraufhin kam drei, vier Minuten keine Reaktion. Nada.  Also ahnte ich es schon.  She was shocked. Und tatsächlich beendete sie dann auch ganz schnell den Chat. Sagte , dass es schon spät geworden sei und sie müde sei … und als ich dann doch neugierig war, und nachgehakt habe, kam der Spruch: “Wir können ja bald mal wieder chatten …” (Thanks but no thanks.)

Ok,  soviel zu meinen derzeitigen sozialen Kontaktversuchen. Kann sein, dass ich auch noch gar nicht reif bin, für eine neue Beziehung. Dass ich es nie sein werde. Weil Alice sich wie ein magisches Band um mein Herz gewickelt hat. Und ich mich einfach nicht befreien kann. Und immer wieder idiotische Vergleiche anstelle…

Und außerdem: ich bin Feminist, Negaholiker, Sarkastiker, Soziopath und Egoist. Von allem ein bisschen zu viel … und wer will das auf Dauer schon aushalten ?

Wow-wow-wow ! Endlich findet man meinen Power Station Blog auch über das WP_Dashboard. Vielleicht werde ich ja eines Tages doch noch rich and famous.
Ok, dazu gehört natürlich neben einem gesunden Selbstwertgefühl (über das ich nicht im geringsten verfüge) auch eine Menge Glück (hab ich irgendwie auch nicht) und eine Portion Zufall (jaaaaa, viel zu viele Zufälle, die sich bei mir ereignen).
Außerdem: ich will nicht berühmt werden. Auch nicht reich. Nur glücklich.
Zweites Außerdem: was die derzeitige FußballWM betrifft, bin ich ein absoluter non-responder. Völlig immun. Ein Ball ist für mich ein Ball. Und falls dieser Ball richtig aufgepumpt wurde, rollt er auch. Dass sich jetzt ein paar Männer in kurzer Sportbekleidung um den Besitz dieses runde Dings streiten, ist nicht mein Problem. Um rich and famous zu werden, müsste man zumindest scheinbar gewillt sein, mit dem gesellschaftlichen Strom zu schwimmen. Und Fußball ist momentan ein reißender Strom.
JEDER und JEDE wird da zum potentiellen Mitspieler und BallStrategen. Ganz Deutschland einig Fußball_Land. (Hab ich überhaupt diese komischen Tröten schon erwähnt ? Diese Vuzuzulas, Vuselelas oder wie immer die jetzt heißen. Ultranervig. Die hören sich wie 100 alphornblasende Elefanten an.)

Und ein letztes, ganz entscheidendes “Außerdem”: ich unterliege starken Gemütsschwankungen. An einem Tag (so wie heute) bin ich relativ gut gelaunt, nichts kann mich erschüttern. Und am nächsten kann ich mich dann wieder selbst so bemitleiden, dass es schon wehtut. Und für andere unerträglich wird.

Zur wahren “Berühmtheit” werde ich es wohl niemals schaffen. Will ich ja auch gar nicht. Ich will nur “geliebt” und verstanden werden. Was aber genauso ein unerreichbares Ziel zu sein scheint wie dieser Prominentenstatus.

Zur Zeit plage ich mich mit dem Gedanken, mit meinen MidlifeloverBlog komplett umzuziehen,ihn outzusourcen, ihn in den “PowerStationBlog” oder sanft (?) “einschläfern” zu lassen. Aber irgendwie bring ich das nicht übers Herz, schließlich war er jahrelang ein sehr, sehr wichtiger Teil von mir. Aber er ist gealtert. Zuviel Daten. Zuviel Ladezeit. Und leider gelingt es mir technisch nicht, diesen Systemfehler zu beheben. Es werden automatisch 20 oder 30 posts gleichzeitig geladen. Das Aufrufen der Seite dauert somit eine halbe Ewigkeit.

Hm, ich wollte den PowerStationBlog ja ursprünglich als zweites emotionales Gegengewicht etablieren. Er sollte zusätzlich eine
Truth-or-Dare- Kontrollfunktion ausüben. Aber inzwischen weiß ich gar nicht mehr, ob ich das auch noch wirklich will. I´m really confused. Vielleicht bekomme ich ja heute Nacht einen meiner genial grenzwertigen Eingebungen. Mal sehen …

…oder so ähnlich. Am Wochenende haben ja Daniel und Victoria aus Schweden geheiratet. Königliches Großaufgebot, TV-Mania (mal nichts Fußball_lastiges) und komischerweise viele fremdgeweinte DEUTSCHE Gesichter (über einige twittertweets war ich dann doch sehr verwirrt und auf meine Weise “traurig”).
Ich bin kein Royalist. Die einzige Prinzessin, in die ich wirklich verliebt war, unsterblich verliebt sogar, war Stephanie von Monaco. Daran sieht man, wie alt ich mittlerweile bin und wie naiv ich damals war bin. Aber Monaco ist shrek:lich weit weg und Stephanie für einen depressiv-liebessüchtigen Bürgerlichen (nicht Fitnesstrainer, Zirkuszeltmenschen oder Formula 1 _Fahrer) wie mich nur ein unstillbares Verlangen. Stephanie war mein persönlicher hot spot, keine Ahnung ob sie mittlerweile schon ihren Prinzen gefunden und geehelicht hat. Ich stünde ja weiterhin zur Verfügung. Nur theoretisch, denn praktisch leide ich immer noch unter dem ScheidungsSchleudertrauma. Frag also mich bitte mal in 10 Jahren wieder, falls du dann noch frei wärst …

Worauf ich eigentlich hinaus will: ich habe mein Stylish_SelbstStudium wieder aufgenommen. Lag ja leider wegen unerwarteter privater Katastrophen etwas auf Eis. Aber ich bin weiterhin gewillt und motiviert mich mit diesem ThemenKomplex auseinander zu setzen. Und ich habe nach wie vor mein BrautmodenSchauBuch als Lektüre. Schöne Bilder und schöne Texte. Jenseits von Kitsch und Verehrung.Einfach eine kritische und unterhaltsame Betrachtung. Verständlich, dass ich hier nicht ins Detail gehen kann. Für mich als visueller Typ ist das Bildmaterial natürlich das Interessanteste an dem Buch.
Gleich am Anfang taucht da ein z. B. Foto auf, auf dem eine … wie soll ich es am besten formulieren: seht selbst. Es ist ein Ganzkörperbrautkleid, eine Art enganliegendes Kondom, aus dem letztlich dann nur noch das Gesicht der Braut herausguckt, wie eine “russische Puppe”. Es ist eine Parodie, eine nicht ganz ernst gemeinte, aber umso provokantere Version eines Haute Couture wedding dress von YSL. Ein abschreckendes Beispiel, ich weiß. Deshalb werde ich euch in den nächsten Tagen hier mein LieblingsLieblingsBrautKleid vorstellen … ich muss es erst noch finden … wahrscheinlich ist es dann schlicht elegant und sexy. Ohne großen Schleier, aufs Wesentliche reduziert …

Bei meiner Hochzeit trug Alice übrigens nicht das klassische Weiß. Eine standesamtliche Heirat ist eben etwas glanzloser. Dennoch war es einer der wenigen Glanzpunkte in meinem Leben. Ich war glücklich. Ultimativ glücklich. Und Alice ist und war für mich die beste Braut im besten “Kleid” ever. Unendlich schön, my personal princess…

Was ich gehört habe ? Peaches “Fuck the pain away”

Manche Dinge ändern sich nie. So auch die Musik. Die YoutubeClips, die ich beim Midlifeloverblog immer wieder mal als Platzhalter, LückenfüllerBüßer und “Unbedingt angucken”-Videos eingebaut habe, wird es also auch hier geben:

Und statt der am Ende  selbst gestellten Frage “Was ich gehört habe?” wird hier zukünftig eine  “what kind of people I met today“- Kategorie  erscheinen. Einfach eine Person/ Personengruppe, die mir besonders aufgefallen ist, die auf meinem täglichen Weg durch Nürnberg einen bleibenden Eindruck auf meiner Netzhaut hinterlassen hat. Das wird mir dann sicherlich auch helfen meinen Blick zu schärfen, für ungewöhnliche Details.  Es zwingt mich, etwas genauer hinzugucken, mir vielleicht auch ein paar Geschichten zur jeweiligen Person auszudenken.

Ok, hier also Number 1: Das ArschritzenGirl. Ich traf sie an der Kühltheke beim Rewe. Dort wo ich bevorzugt stehe, und mir die Milch- und Käseprodukte anschaue. Erst sah ich nur ihren Po, beziehungsweise das, was als Strich die beiden Pohälften in der Mitte teilt: die A-Ritze.  Sie beugte sich nach dem Joghurt: die A-Ritze. Sie ging in die Hocke, um an den tiefer gelegten Kartoffelsalat zu gelangen: die A-Ritze. Dem Mädchen war es anscheinend ganz egal, was sie mir für eine Aussicht bot. Sie machte auch keine Anstalten, die Jeans die sie trug, nach oben zu ziehen. Wenn  ich nun zukünftig an der Kühltheke stehe , werde ich an sie denken müssen. Bei mir funktioniert so ein Pawlowscher Reflex gleich beim ersten Mal…

Vor ein paar Tagen habe ich hier in einem meiner Kommentare den Begriff “Reichsparteitag” verwendet. In Anführungszeichen. Das Wort ist ja inzwischen auch ohne diese Kennzeichnung salonfähig gemacht worden. Wobei ich mich wundere, wie eine -um das mal etwas provokant zu formulieren-, junge TV-Journalistin dieses Wort überhaupt noch kennt und dann auch benutzt. So was hat man ja gedanklich nicht in einer der vielen Schubladen gehortet und sofort abrufbereit. Ein freud´scher Versprecher kann in dem Fall wohl auch ausgeschlossen werden, denn was wäre dann ihr eigentlicher Gedanke gewesen (Miroslav Klose beim “Sturmangriff” “, als Flanken-, ähm … “Flack-helfer”) ? Verbale Entgleisung. Oder doch so etwas wie mentale Nabelschau. Unfreiwilliger Offenbarungseid ?

Wie dem auch sei. Ich wollte das R-Wort auch im Zusammenhang mit Fußball benutzen. Gerade mit deutschem Fußball. Mittlerweile scheint der Wir-sind-schon-Weltmeister-Taumel etwas abgeklungen. Dennoch wird spätestens nach einem heutigen Sieg der deutschen Mannschaft der Triumph mit teilweise aggressiver Leidenschaft auf den Straßen ausgetragen werden. Obligatorisches Autokorso und TrötenConcert. Fußball ist Krieg. Sieg und Niederlage. Und Flagge und Farbe bekennen. Deshalb mag ich kein Fußball. Nicht nur dass mich dieses 90minütige Hin-und-her-Geschieße-und-vielleicht-mal-den-Ball-ins-Tor-treffen langweilt, sondern der damit verbundene übersteigerte Patriotismus. Und das hat nichts mit SpielVerderber zu tun, sondern mit meinem mulmigen Gefühl im Bauch. Von mir aus: “may the best win”, ohne mich. Wettbewerbe interessieren mich grundsätzlich nicht. Ob DSDS oder Germany´s Next Topmodel (übrigens ein sehr guter InsiderBericht von einem wirklichen TopModel in der neuen NEON) oder leider auch der ESC (wobei ich den eher als unforgettable TwitterEvent wahrgenommen habe): pervertierte Leistungsshows, survival of the fittest. Also auch hier Kampf bis aufs Blut.

Weder tauge ich zum epileptischen Patrioten noch zum Beifall jubelnden NationalSpieler. Ich bin auch nicht “stolz, ein Deutscher zu sein”, nicht mal in abgeschwächter Form. Auch nicht Europäer. Und Weltbürger klingt elitär-scheiße. Wenn schon, dann würde ich mich als Erdling bezeichnen. Einer unter und von vielen. Ein Massenmenschling unter den vielen Mischlingen … btw: ich mag den Begriff “multi-coloured” …viele Farben, viele Herzen, die überall auf der Welt (einige sogar im gleichen Takt) schlagen. Und der Gedanke, dass es einen Menschen gibt, dessen Rhythmus mit meinem in totalem unison geht, fasziniert mich immer wieder. Endlich das genaue Gegenstück zu entdecken. Mein long lost Puzzleteil. Vielleicht spricht sie ja sudanesisch, japanisch oder brasilianisch. Egal, ich würde es lernen. Oder von ihren Lippen ablesen. Every wish …at any moment.

Nun aber abschließend noch zur “What kind of people I met today”- (in Zukunft “people” abgekürzt)-Kategorie: The T-ShirtMan:
heute morgen, kurz vor 9.00, U2 Richtung Plärrer. Da stand er, ein MitDreißiger mit blauem Shirt, etwas bauchlastig. Auf dem T-Shirt ein silberner Schriftzug : “Seitenlinien-auf-und-ab-Läufer” …I didn´t get the joke. Ein FußballGesinnungsgenossenShirt etwa ? Aber warum sollte er ausgerechnet auf der Linie auf und ab laufen wollen? Ein Balljunge, wie beim Tennis ? Bei Seitenlinie denke ich höchstens an den Autobahn-Mittelstreifen (komischerweise nicht an den Standstreifen), und da auf und ab zu laufen könnte tödlich enden. Ein potentiell Wahnsinniger also, ein Freitodler, oder Selbstmordattentäter in der U-Bahn ?! Möglicherweise war das ja gar kein Bauchansatz sondern ein Sprengstoffgürtel. Und der TShirtSpruch eine verschlüsselte Botschaft. Zumindest hätte er dann einen besonders ausgeprägten Sinn für Ironie.

“Was ich gehört habe?” wird im Power Station Blog übrigens in “on heay rotation” umbenannt. Weil´s einfach besser klingt.
Und diesmal auf dem digitalen Plattenteller(oder eben “on heavy rotation”): “At The Indie Disco” Divine Comedy

Wie befürchtet: Autokorso, kilometerlang kontrolliertes Chaos …Deutscheland ….Schland … Schlund …

Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Der Löw hat mediengerecht gebrüllt: “…aber letztendlich haben wir diesem Druck auch standgehalten.” FußballTalk. Tja, er hat somit das Zeug zum Vizekanzler. Und Merkel könnte, wenn sie einige KeyWords durch fußballtechnische Begriffe ersetzt, durchaus auch Nationaltrainerin werden:”Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir eine Rekordverschuldung auf uns genommen haben …” Heiße Luft. BlaBlaBlups.
Auch deshalb mag ich Fußball nicht. Anderseits: Spieler müssen ja keine Rhetoriker sein, es reicht wenn sie den Ball treffen. Und Merkel im Trikot könnte durchaus ein Hingucker sein …

Vor zwei Tagen eine mail von wordbutler: “one word a day”. Es wurde nach ” the beautiful game” gesucht. Zur Auswahl standen:
a) tennis
b) golf
c) football

Football hab ich natürlich kategorisch ausgeschlossen, weil es mir zu offensichtlich erschien. Und was bitte schön soll an football “beautiful” sein ? Ich dachte an die Ästhetik der Ballführung, an eine gewisse Leichtigkeit beim Ballwechsel oder beim Abschlag, ergo kam nur a oder b in Frage. Aaaaaber: falsch gedacht. Football is “the beautiful game”. Wobei football ja auch nicht mit soccer verwechselt werden sollte. Aber den Unterschied hab ich vergessen …

“Ich denke, dass die Engländer machbarer sind als die Ghana” O-Ton eines deutschen WMFans, Quelle: fm4-Radio.

Ok. Jetzt aber genug Fußball …

Lieber ein Zitat. Aus einem Buch, das ich gerade lese. Ein echter Klassiker. Ein schmaler Band (ich vermeide das Wort “Bändchen”). Der so schmal ist, dass man ihn leicht übersehen kann. Nur 100 Seiten stark.

“Klassische” Literatur treibt mir immer den kalten Schweiß auf die Stirn, weil ich ständig ein schlechtes Gewissen bekomme. Verdammt: “Anna Karenina”: nicht gelesen. “Der Zauberberg”:mittendrin abgebrochen. Goethes “Werther”: (eigentlich auch sehr schmal und handlich) nur kurz am Buchrücken geschnuppert. Müsste und sollte ich nicht deshalb unbedingt ganz dringend … Nachholbedarf und überhaupt…. Hey, schließlich ist das Weltliteratur. WEEEEEEELTLITERATUR ! Eine “Bildungslücke” im Regal. Aber dann denke ich mir, was soll´s. Die Welt kann warten, die Literatur nicht. Und überhaupt: wer oder was bestimmt, was “Weltliteratur” ist ? Wer entscheidet, was in diesen “melting pot” reinkommt, wie viele Köche (“Kulturpäpste” ?) den Brei umrühren dürfen, und welche Zutaten es braucht, um dieses eher zweifelhafte Prädikat zu erhalten ? Das Siegel “Weltliteratur” wirkt auf mich abschreckend. Im Hinterkopf schaltet sich da gleich die Warnblinkanlage ein: Vorsicht! Hier riecht´s verdächtig nach SchulFlurLektüre, nach SchülerAngstSchweiß (Textanalyse, please) und nach harter Arbeit. Es hat etwas Sakrales: ehrfürchtiges Niederknien und verdammt noch mal den Kaugummi aus dem Mund nehmen, stillsitzen und das Rauchen einstellen (Tabakgenuß und Lesen geht ja gar nicht!; Essen ist auch eine literaturfeindliche Handlung). Und schon bekomme ich Atembeschwerden. Eingeschnürt in dieses Korsett der strengen Bürgerlichkeit krieg ich das große Kotzen. Und vor meinem geistigen Auge erscheint dann eine Schlange strenggläubiger Kulturtouristen, die von einer Autorenlesung zur nächsten pilgert, um Abbitte zu leisten, oder um zu zeigen, welchen literarischen Kontinent sie jetzt schon wieder entdeckt hat.
Deshalb geh ich auch selten zu solchen öffentlichen Veranstaltungen.

Auch Theater und Oper sind Gift für meine Sinne. Nicht die SchauspielerInnen/ SängerInnnen, sondern die teils overdressed “Besucher”. Sehen und gesehen werden. Falls jemals ein Anti_Dress_Code eingeführt werden sollte, dann wäre ich der erste, der sich einen dauerhaften LogenPlatz sichern würde. Der potentiell zu erwartende Parfumgestank und die gepuderten Nasen, das alles schreckt mich ab.

Jetzt aber endlich das Zitat. Aus “Breakfast at Tiffany´s”. Ist das Weltiteratur ? Zumindest ist es Capote. Der, der auch “In cold blood” geschrieben hat. Der Tatsachenbericht über den Mord an einer 4köpfigen Farmerfamilie. Kansas, Ende der 1950er Jahre. Über Caopte lässt sich ja sehr viel sagen. Es gibt seine Bücher (sehr gute Reportagen, auch empfehlenswert: der DiogenesGesprächsband : “Ich bin schwul. Ich bin süchtig. Ich bin ein Genie.”) und ein paar Filme. Besonders erwähnenswert natürlich das Biopic mit Phillip Seymour Hofmann als Capote. Der Film hat seine Längen ist aber allein schon wegen der kongenialen Hauptrolle sehenswert (hier gilt: unbedingt im Original angucken; Seymour Hoffmans´ an Caoptes Fistelstimme angelehnte sprachliche ‘Performance’ ist einfach grandios).

Leider hab ich nur das deutsche Frühstück. Dafür aber als Neuübersetzung von Heidi Zerning (KeinundAber_Verlag, 2006):

Holly Golightly says: ” … Männer erregen mich erst, wenn sie über zweiundvierzig sind. Ich kenne eine blöde Ziege, die mir immer wieder sagt, ich müsste zum Seelenklempner; sie sagt, ich habe einen Vaterkomplex. Das ist natürlich merde. Ich habe mir einfach angewöhnt, ältere Männer zu mögen, und das war das Klügste, was ich je getan habe …”

People: : The MoustacheMan: Heute im Nürnberger Südbad. Tatort: MännerDusche. Vor dem BreitbandSpiegel gleich neben der WC-Station ein ca. 40jähriger Mann. In blauer Badehose. Eingeseiftes Gesicht. Er rasiert sich.Krrrr…Krrrrrrr. Seinen Oberlippenbart spart er dabei aus. Ok, zu Oberlippenbärten sag ich jetzt mal nichts. Aber: muss man sich in einem Schwimmbad solcher Intimpflege hingeben ?! Ok, ich geb zu, ich bin streng katholisch erzogen worden, in manchen Dingen bin ich äußerst prüde (wieder so ein schönes Wort), aber ich finde, dass man(n) solche Intimitäten zu Hause erledigen sollte. Oder gibt es etwa auch Frauen, die sich öffentlich rasieren?

“on heavy rotation” : The New Pornographers “Sing Me Spanish Techno”

Übrigens: Congrats to Philip Seymour Hoffman. Er hatte gestern Geburtstag. 43 ist der Mann jetzt. Genauso alt wie ich …

Nach Kick-Ass nun noch eine wahrscheinlich ähnlich schräge ComicVerfilmung: Scott Pilgrim vs the World.:

Ich freu mich drauf. Auch wenn Kick-Ass ein eher fragwürdiges Vergnügen war. Statt des in Erwartung gestellten schmerzvollen Arschtritts war der Streifen an manchen Stellen nur ein müder PopoKlatsch. Nur gegen Ende hat er seine wahren Qualitäten bewiesen: brutal surreal.

“people”: Black Woman in Black Suit : Darf man heute noch ungestraft “Schwarze” sagen, ohne gleich unter Rassismus-Verdacht zu geraten ? Hm, falls nicht, dann jetzt schon mal ein großes Sorry to all black and dark-skinned people. Und nebenbei: ich bin EXTREM blass. Also ein typischer “Weißer”. So call me Whitey, wenn du magst.
Tatort: wieder U Bahn Richtung Plärrer. Meine typische GuteMorgenStrecke. Und da saß sie: Die Frau, who made my day. Um die 30. Dunkelhäutig, sehr dunkelhäutig. Schwarze LaptopTasche an der Seite. Und schöne bleistiftdünne Rastazöpfe. Ungewöhnlich außergewöhnliches BusinessOutfit: Schwarzes Sakko, darunter dunkler Pulli (leichter Stoff), aus dem ein weiß-blauer Hemdkragen hervorschaute. Nicht zu vergessen die perlmuttweiße Halskette. Eben solche Ohrringe. Sowieso immer ein atemberaubender Kontrast: Weißer Schmuck auf dunkler Haut…
Diese Frau saß nur da, tippte ein paar SMS in ihr BlackBerry (wenn es überhaupt ein BlackBerry war). Mehr passierte nicht. Musste auch gar nicht. Denn ich hab mich gleich in sie verliebt. Love at first sight. Geht verdammt schnell bei mir. Obwohl diese “Liebe” natürlich auf ewig unerwidert bleiben muss. She and I … wir passen nicht zusammen. Nicht nur vom Hauttyp her. Sie spielt in einer ganz anderen Liga. Besser, schöner, erfolgreicher. Aber vielleicht im nächsten Leben. Man begegnet sich ja immer zweimal.

“on heavy rotation”: The Killers “Mr. Brightside”

P(lease) S(tand by): Again, I´m about to go crazy: noch so ein verdammt guter FilmTrailer. Diesmal aus der romantisch-sarkastischen Heartbreak-Abteilung:

Ein Gespenst ging Anfang der 80er Jahre (last century !) um in Europa (und im (?) Rest der Welt) – das Gespenst der totalen TV_Vermarktung des auditiv erlebbaren “Musikgenusses“.
Klar, blame it on MTV. Damit soll damals ja alles angefangen haben. Das wussten auch schon die Dire Straits. Bob Dylan und Neil Yong (vielleicht auch Tom Petty) haben sich in den MTVAnfangsjahren dem neuen Medium noch entsagt, sind aber dann wortbrüchig (beide (auch Tom Petty ?) unplugged) geworden. Im letzen Jahrhundert gab es ja auch noch Musikkassetten-Bandsalat. As time goes by. Inzwischen ist MTV für mich nur noch ein nerviger DauerWerbeklingeltonSender. Ein, zwei Clips und danach: Weeeerbung. Und ein paar Stunden später irgendwelche bescheuerten DateShows. Oder noch schlimmer: Jackass.

Videos (jetzt ohne den Zusatz Musik-) gibt es ja heute so gar nicht mehr. DVDs oder Blue Ray haben das ganze schön revolutioniert. Bei mir in meiner 1ZimmerNassZelle tauchen trotzdem immer wieder diese pechschwarzen platzwegnehmenden 240MinutenLaufzeitBrickets auf. Wegschmeißen will ich die aber auch nicht. Das würde meinem SammlerEthos widersprechen. Also warte ich ungeduldig, bis diese Videos ihre Haltbarkeit überschritten haben. Experten sagen, dass man die Dinger nach einer Dekade nicht mehr abspielen kann. Inzwischen warte ich aber seit 20 Jahren auf diesen Moment. Wahrscheinlich muss ich sie jetzt die nächsten 20 Jahre endlagern (so lang leb ich ja gar nicht). Scheinen irgendwie unkaputtbar zu sein.

Ok, also DVDs. Meine WochenRation potentiell unterhaltsamen Augenfutters:

- Full Frontal
- Sparrow
- Breakfast at Tiffany´s
- Public Enemies
- Running with Scissors
- My Name is Bruce
- Fight Club
- Rachel getting married
- Nick & Norah´s infinitive Playlist
- Miami Vice

people: TheAstridCoffeeGirl: Hauptbahnhof Nürnberg. Tatzeit: 9.26 Uhr. Tatort: Coffee Fellows Shop. Opfer: Astrid. Täter: drug addicted Blogger called Frank. Beute: Latte Macchiato medium. Außerdem ein Gutscheinkärtchen (diesmal berechtigter Diminutiv): 10 Drinks und danach 1 for free. Astrid ist mein Hero of the day. Und ich versichere: es ging schnell, sie musste nicht groß leiden.

on heavy rotation: Charlotte Gainsbourg “Trick Pony”

Und noch eine neue Kategorie. Als intensiver Internetsurfer, ExtremGoogler und WebSeitenSüchtiger will ich hier jetzt täglich Interessantes und Seltsames aus der Welt des unendlichen WWW vorstellen (in Zukunft dann unter WWW zu finden): Heute eine Seite für die HobbyNähmaschinisten unter Euch. Obwohl ich mich zwar für Mode und Models erwärmen kann, ist eines bei mir völlig ausgeschlossen: Nähen, Sticken, Stricken. Nicht dass ich dafür nicht die notwendige Geduld aufbringen könnte, aber ich bin “handwerklich” total überfordert. Und mache immer einen großen Bogen um reperaturbedürftige Gegenstände. Eine neue Glühbirne einsetzen geht gerade noch (aber auch da befürchte ich, jeden Moment -trotz gezogenen Steckers-, einen Stromschlag zu erhalten), aber vor Türen, Fenster streichen und intelligenteren Tätigkeiten drück ich mich immer.
Hier auf alle Fälle eine tolle Seite rum um(s) Kleider – und Klamotten (machen): www.cut-magazine.com Ihr solltet mal das entsprechende PrintMagazin sehen und fühlen: ein papiergewordener Traum, inclusive SchnittmusterBogen.

Und schon wieder habe ich Wörter benutzt, die für den Leser (in dem Fall LeserIN) zu einem wohl fatalen Missverständnis geführt haben müssen. Twitter ist ja ein Medium, das falsche Worte geradezu provoziert. Dieser Mini-Blog ist zitronengepresste Hirnmasse. Und wenn man nicht aufpasst, dann platzt einem der Kopf und … jedenfalls wurde mein tweet sofort gelöscht …

Andererseits war es natürlich auch sehr fahrlässig von mir gleich mehrere Signalwörter in einem einzigen tweet einzubauen: Nürnberg, Krieg und ein Filmtitel: “all quiet on the Western Front“. Ein oscarprämierter “Anti_KriegsFilm” (wobei dieser Begriff ja sehr antagonistisch ist) aus den 1930er Jahren. Obwohl mittlerweile zu den sogenannten “Filmklassikern” gehörend, kannte die Twitterin wahrscheinlich den Film nicht, oder sie verstand die von mir beabsichtigte “Ironie” nicht. Kann sein, dass ihr auch das Wort “front” missfiel.

Anyway, ich will mich nicht rechtfertigen. Warum auch. Jeder der mich ein bisschen besser kennt, als ich mich selbst, weiß dass ich das genaue Gegenteil eines Militaristen oder eines nationalen Sympathisanten bin. Ich neige auch nicht zum Patriotismus, noch nicht mal zum Lokalpatrioten tauge ich.
Aber wer wie ich in Nürnberg lebt, der ahnt manchmal, dass Angst nicht nur dumm, sondern auch blind machen könnte, was letztlich dann zu blindem Gehorsam (ein antiquiertes Wort, aber in dem folgenden Zusammenhang dann wohl doch das einzig angebrachte) führt. Angst ist auch oft ein Zeichen von Desinformation. Wer wenig über Ursachen und Hintergründe weiß, ist oft anfälliger für Propaganda. Propaganda, die natürlich auch wieder mit der Angst spielt. Um Propaganda einen bestmöglichen Nährboden zu geben, braucht es eine Maschinerie, die unentwegt falsche Informationen streut. Presse und Rundfunk und am besten auch noch eine massenwirksame Veranstaltung. Propaganda needs strong attention, braucht Menschen, die sich dieser Art von Agitation unterwerfen und als willige Werkzeuge bereit stehen, sich einem höheren Ziel zu “opfern”.

Die von 1933 bis 1939 in Nürnberg stattgefundenen Reichsparteitage sind eines der besten Beispiele mustergültiger Propaganda. Kaum eine andere NaziVeranstaltung übte eine so große Sogwirkung aus und konnte die Massen derart in politische Ekstase versetzen. Der Ort des Geschehenes war das “Reichsparteitagsgelände” im Nürnberger Südosten. Ein idealer Standort. Weitflächig, etwas abseits gelegen, daher sogar mit einem kleinen eigenen Bahnhof für die von außerhalb anreisende NaziPilgerschaft.

Heute habe ich dieses Areal seit langer Zeit wieder mal besichtigt. Das strahlende Sommerwetter gab dem Ganzen eine grausame Idylle. Diese Menschen verachtende Architektur, die nur noch bruchstückhaft vorhanden ist, kann nichts von der ursprünglich einschüchternden Atmosphäre abschwächen. Einschüchterung, die sich in architektonischen Größenwahn widerspiegelt. Der Einzelne ist ein Nichts, würde in diesem übersichtlich angelegten Labyrinth untergehen. Sobald er aber andere Menschen um sich scharen kann, gewinnt er an Gewicht und Stimme. Deshalb auch dieses Zentrum öffentlicher Machtdemonstration. Hier waren sie unter sich, die kleinen und großen Nazis, das “Volk” und ihr Führer. Konnten sich gegenseitig in ihren Wort- und HassOrgien übertreffen.

Das Gelände erweckt – was ja beabsichtigt war -, billige und langweilige Assoziationen zu römisch-antiken (auch altgriechischen) Bauwerken. Die Kongresshalle ist  im Vergleich zum echten Kolosseum aber  nichts als eine lächerliche Kopie.  Trotzdem:  auch hier ist die Angst, die Angst vor der Monstrosität ausschlaggebend. Und als ich oben auf der Zeppelinhaupttribüne stand, bekam ich zeitweise das Gefühl, nur eine menschliche Ameise zu sein. Nicht im Sinn von “für fragwürdige politsche Ideen” anfällig, sondern hilflos verloren angesichts des in Stein (Granit) verewigten Größenwahns.

Meine DigiCam (und ich) macht leider sehr schlechte Bilder. Hier aber trotzdem ein paar Aufnahmen:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Abschließend noch ein paar weiterführende Bücher und Filme zum Thema “Nationalsozialismus”. Eine personal list. Besonders möchte ich auf das auf Fakten basierende Buch von Christiane Kohl hinweisen: in “Der Jude und das Mädchen” zeigt sie, wie denunziatorisch damals gegen jüdische Bürger vorgegangen wurde. Ein vager Verdacht reichte aus, um eine Hetz- und Mordkampagne zu entfachen. Nur irgendwann gab es keine Juden mehr in Deutschland. Da waren die Deutschen plötzlich auf sich selbst zurückgeworfen. Mit ihren eigenen Dämonen allein…

- Victor Klemperer LTI: Notizbuch eines Philologen
- Herlinde Koebl Jüdische Portraits
- Steven Soderbergh The good German
- Claude Lanzmann Shoah
- Erica Fischer/ Simone Ladwig-Winters Die Wertheims: Geschichte einer Familie
- John Boyne The Boy in the Striped Pyjamas
- Christiane Kohl Das Zeugenhaus: Nürnberg 1945: Als Täter und Opfer unter einem Dach zusammentrafen // Der Jude und das Mädchen
- Roberto Innocenti Rosa Weiss

People: The old Tourist: Ein Mann um die 60, in beigen Shorts, kariertes kurzärmliges Hemd, der auf der ZeppelinHauptTribüne einen Hitlergruß andeutete (jedenfalls den rechten Arm merkwürdig weit von sich gestreckt hielt, vielleicht wurde ich zum fraglichen Moment ja auch nur vom grellen Sonnenlicht geblendet), und dabei fröhlich lächelnd für seine unten stehenden MitTouristen posierte. Falls er wirklich solche Geste vollführt hätte, wie würden wir so einen Menschen nennen: “Ewiggestriger” passt irgendwie nicht. Der Mann war 60. Ein Spätgestriger ? Ein Nachgeborener ? Ich weiß es mal wieder nicht. Aber eine Diskussion mit solchen Leuten bringt nichts. Sie sind von ihrer Gesinnung so überzeugt, dass man automatisch auf eine Mauer der Idiotie stößt.

Wo fängt Idiotie und Überlegenheit überhaupt an ? Die BAMS (zu gern würde ich BUMS schreiben) schlagzeilte heute: “Jubeln, chillen, Engländer grillen”. Danke. Yeah,  back to Blitzkrieg !

WWW: Ein sehr interessanter Blog einer deutschen Jüdin.

On heavy rotation: Adam Green “Dance with me”

Reason to be confident: immer mehr Besucher auf meinem neuen Blog. Nein, ich mach mich davon überhaupt nicht abhängig. Btw: thanks for your comments! Interessiert mich nicht. Schließlich schreibe ich ja nur für mich allein.
I´m a liar [I´m a victim of desire]. Klar, ich bin süchtig nach virtueller Öffentlichkeit. Wahrscheinlich weil das hier mein einziges Kommunikationsmittel ist. Mein heißer Draht zur Außenwelt. Sonst lebe ich ja in meinem Elfenbeinturm (hat Handke oder Enzensberger diesen Begriff “erfunden” ?) und spiele Frau Holle – statt Schnee rieselt es Kalk Gedankenschnipsel -, oder sometimes auch Rapunzel (obwohl mir da ein paar Meter Strickleiter-EchtHaar fehlen).

Das Wochenende war diesmal eine Reise. Zu mir selbst. Zu meinen Inseln. Und zum Dutzendteich (Reichsparteitagsgelände). Me and my DigiCam. Hätte nie gedacht, dass mir trotz mangelnder Erfahrung und teils schlechter Bildqualität das Fotografieren Spaß machen könnte (auch wenn der Ort nicht gerade zum “SpaßHaben” einlädt). Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, in nächster Zeit ein paar Ausflüge zu unternehmen, einfach mehr raus zu gehen. Grundsätzlich bin ich kein Naturmensch, niemand der Bäume, Wiesen und Sträucher braucht. Die Begriffe “wandern” oder “spazieren gehen” kommen in meinem Wortschatz nicht vor. Wandern ist was für Bergleute. Und “spazieren gehen” was für verliebte Paare (Arm in Arm, cheek to cheek) oder Leuten mit Hunden. Da ich kein Trekker bin, und mir leider die weibliche Begleitung fehlt, und ich auch keine Haustiere besitze, sage ich: “raus gehen”. Was theoretisch ja auch einschließt, dass ich mal wieder ein paar “indoor”-Events besuche. Kino, Bars oder auch ein Konzert. Und dann darüber blogge. Und ein paar Bilder mache. Ich weiß ja jetzt ungefähr wie das funktioniert.

Die LeseEinstellung bei WordPress bereitet mir aber nach wie vor Probleme. Irgendwie schaff ich es auch hier nicht, die Zahl meiner Einträge auf der Startseite zu begrenzen … ich habe die Befürchtung, dass es in den nächsten Wochen auch hier einen GAU geben könnte. Wie im MidlifeloverBlog. Bis dahin werde ich aber nach Ursachen forschen ( Kittynn hatte mir ja mal einen Lösungsvorschlag angeboten, muss ich mir nochmal durchlesen).

Übrigens: kennt sich jemand von Euch mit Typekit Fonds aus ? Bin da wie immer etwas überfordert …

people: Mein Ich…. heute Morgen (es ist Montag!) im Spiegel. Im Vorbeigehen. Meine 3 SchreckSekunden. So genau will ich gar nicht wissen, welches graues Haar mir da wieder über Nacht gewachsen ist. Und die Zahl meiner Falten will ich auch nicht kontrollieren. Es reicht, wenn ich sicher gehen kann, dass mein Kopf noch dran ist (ok, dazu braucht man nicht unbedingt den Blick in den Spiegel) und ich noch lebe (überredet: Pulsfühlen wäre auch ein Mittel zur Überprüfung der Vitalfunktion).

WWW: Auch wenn sie schon lange nichts mehr gepostet hat: der Blog von US-Schauspielerin Kat Dennings  ist ein “must go”: www.katdennings.com

on heay rotation: The Fratellis “Chelsea Dagger” (der perfekte Monday Morning Song)

Woran ich merke, dass ich älter werde ? Ohne mir täglich selbst im Spiegel zu begegnen und festzustellen, wie sich meine Gesichtszüge immer mehr dem eines schnell greisenden Dorian G. angleichen ? Oder an der Art, wie ich bei momentan gefühlten 40° Celsius Raumtemperatur schweißgebadet durch meine EinZimmerNassZelle robbe und endlich die Chance habe, die Staubschichten unter meinem Bett mal genauer zu untersuchen ? Ja, meine Wohnung ist inzwischen ein staubtrockener Schmelztiegel geworden. Hot hot heat. Erstklassige Wüstenatmosphäre. Außerdem Fata Morgana deluxe: ich als Gefangener einer Hundertschaft fresswütiger Kannibalen, die nur darauf wartet, bis sie mich in diesem melting pot auf höchster Stufe garkochen kann.

Alles schön, wahr und gut. Aber es kommt noch viel schlimmer: richtig alt wird man erst dann, wenn man merkt, dass eines seiner Kinder plötzlich sein allererstes Date hat …
Ok, es ist ein Date der unfreiwilligen Art. Gestern Abend: zwei Jungs, die genauso gehemmt vor sich hin kichern wie sie aussehen, klingeln an Alice Tür. Und weil ich mal wieder einen meiner DadDays habe – was auch sämtliche TürsteherDienste einschließt-, mache ihnen nichtsahnend auf, kombiniere aber geistesgegenwärtig und sehe die beiden erstmal so an wie man als Vater potentielle jugendliche Straftäter angucken sollte: extrem böse. Die Zwei haben Glück, dass ich nicht richtig vorbereitet bin, sonst würden ihnen statt der harmlosen paint balls, die aus meinen Augenwinkeln schießen, in Gift getränkte Dartpfeile entgegen kommen. Väterlicher Beschützerinstinkt. Nein, ich übertreibe. Eigentlich sind die zwei ganz nett. Nett im Sinn von ungefährlich für die Psyche und Physis meiner 13jährigen Tochter, die mich, nur wenn sie besonders gut drauf ist, “männlicher (sic!) Erzeuger“ nennt. Ansonsten bin ich bloß ein „liiiieber Papa“ (make a donation/ pocket money, please) . Kann mir jemand verübeln, dass ich bei solchen Voraussetzungen wie eine unberechenbar leidenschaftliche Elefantenmutter reagiere ? Diese zwei Jungs mit ihren unschuldigen und doch wissenden Fußballgesichtern (seit neustem haben für mich alle männlichen Deutschen von 8 bis 88 Jahren ein Fußballgesicht) fragen mich nach meiner Tochter und kichern dabei als hätten sie einen endlosen Sex-and-the-City-Marathon hinter sich, und meine Tochter, die schließlich aus ihrem Zimmer kommt, und sich peinlich gerührt hinter meinem Rücken versteckt, tut entsetzt: „Oh mein Gott, was macht ihr denn hier ?“ Nette Begrüßung. Sie wird dabei sogar ein bisschen rot. „Hast du Lust, Stadtpark ?“ Wow, ein 4WortSatz, ohne Anzeichen eines Stimmbruchs. Ich bin begeistert. Meine Tochter aber  schüttelt den Kopf. Klar, was soll sie auch sonst tun. Beste Taktik, erstmal Deeskalation. Kurze Stille. Damit hat wohl niemand gerechnet. „Ähm, hihihihi“, gluckst das Duo, schüttelt ein bisschen enttäuscht den Kopf und verabschiedet sich blitzschnell. Ich atme auf und verriegele sofort die Tür. Gefahr gebannt.
Tja, wer meine Tochter kennt, weiß: da kommt noch was. Und tatsächlich, nur zwei Minuten nach diesem worst-case-Szenario: “Liiiieber Papa, darf ich noch in den Stadtpark, nur so bis 19.00 Uhr ?“
Es war kurz nach halb Sieben. „ Hm, ist ja noch nicht mal mehr ´ne halbe Stunde. Ich verlängere auf 20.00“
Meine Tochter musste erstmal schlucken und dann: „Aber bitte nichts Mama erzählen. Bitte, Papa.“ Hm, Mama (also Alice) und die vermeintlichen Verehrer unserer Tochter: ein schwieriges Kapitel. Reinstes Dynamit. Zumindest befürchtet das meine Tochter. Und irgendwie hab ich bei ihr mittlerweile die Rolle eines „good cops“ eingenommen. Ich stelle keine investigativen Fragen und verrate sie auch nicht. Das weiß sie zu schätzen und will sogar, dass ich ich sie bei ihrem ersten Frauenarztbesuch begleite. Davor hab ich schon jetzt Panik. Lieber bildet sich jeden zweiten Tag eine Schlange fußballgesichtiger, pickliger Jünglinge vor der Tür, als dass ich mich mit meiner Tochter in einem Sprechzimmer eines Frauenarztes wiederfinde. Vielleicht vermietet eine/r von Euch ja kurzfristig eine funktionierende Zeitmaschine, die mich 10 Jahre in die Zukunft schicken kann. Bis dahin hat hoffentlich jemand anders diesen Frauenarzttermin wahrgenommen.

Übrigens: sie war schon kurz nach 19.00 Uhr wieder zu Hause.  So viel zu Töchtern und ihren ersten Dateversuchen Dates.

people: Die MDFrau: MD ist die Abkürzung für eine weltweit operierende FastFoodBurgerKette. Und diese Frau trug eben eine dementsprechende Uniform: kurzärmeliges, weißes Hemd, graue Hose, jeweils mit einem kleinen MD-Emblem auf Brust-bzw. Hosentasche. Tatort: Wieder mal der Untergrund. U-Bahn Station Plärrer. Richtung Flughafen. Tatzeit: ca. 13.20 Uhr.

Das Hemd der DM-Frau war ordentlich streng in ihre Hose (ohne Gürtel) gesteckt. Wenn es eine modische Todsünde gibt dann die: Hemd und gürtellos. Ich finde, Hemden sollten gar nicht erst in die Hose gestopft werden. Einfach cool über der Hose tragen.Am allerschlimmsten aber: T-Shirts in der Hose. Da erweist sich dann ein Gürtel als weiterer unentschuldbarer Fehler. Die DM-Frau war übrigens sehr maskulin. Kurze Haare, klein und stämmig, mit Sonnenbrille auf dem Kopf. Ein weiterer MinusPunkt: Sie hatte eine Robin Ruth-Tasche mit ganzheitlichem “New York, New York”-Aufdruck dabei. Diese Tasche gibt es auch im “Nürnberg Nürnberg” – Look (und wahrscheinlich mit 1000 anderen StädteNamen). Hässliches und überflüssiges Accessoire.

on heavy rotation: Normalerweise hab ich mir ja vorgenommen, hier nur einen entsprechenden Link zu hinterlassen. In diesem Fall mach ich aber gern eine Ausnahme. Ok., der Clip ist nicht besonders innovativ. Kameraführung, Editing und so weiter am besten gleich vergessen. Die ersten paar Sekunden erinnern an einen virtuosen AbiturientenChor (incl. bärtiger Burschenschaft). Das täuscht: die Damen und Herren sehen zwar teilweise etwas bieder aus, aber was sie musikalisch leisten: EXTREMST !!!! TEAR-JERKING. Ohne Scheiß: ich war zu Tränen gerührt und hier trifft der Begriff „on heavy rotation“ wie ein Faustschlag in die Magengrube: ein Song zum „Immer-wieder- und-wieder-hören“, againandagainandagain :

In dem Zusammenhang auch mein heutiger WWW-Tip: noch mehr THE MORNING BENDERS. (+ free download!) Und legt euch gefälligst baldmöglichst das Album zu! Dringendste Kaufbefehligung ! Oder noch besser: besucht einen ihrer LiveAuftritte. Sie touren demnächst auch durch Deutschland (Berlin, Hamburg, München) .

Eine Frage, die immer aufdringlicher drängender wird.  Je mehr ich mich sozial networke ( und hier denke ich nicht in erster Line an das brachliegende Faith Book) , mich in Chats und Chatrooms aufhalte,  desto öfter wird mir die Frage gestellt: “Wie siehst du aus ?” Auf fast allen Netzen bin ich gesichtslos, höchstens ein  Avatar, der aber nichts mit mir sondern mit meiner persönlichen Einstellung zu tun hat. Ein upper statement.

Natürlich verlangt man, dass ich mich zeige und nicht nur beschreibe.  Mein Problem: absolute Nichtfotogenialität. Und mangelndes Selbstbewusstsein, oder präziser:  a so called ” stark ausgeprägt psychotisches Minderwertigkeitsgefühl.”

Bestimmte, schöne Menschen machen mir Angst. Schönheit ist bei mir immer auch eine Frage der Intelligenz. Und gleichzeitig des Un-perfekten. Imperfekt des perfekten Seins. Und de_fekt in some way. Intelligenz  nicht ausschließlich des angesammelten Wissens, sondern der Offenheit, der Großzügigkeit des Denkens. Jenseits der offensichtlichen Enstirnigkeit. Und Menschen mit Leidenschaft, kreative Menschen. Menschen, die stets mehr wollen als andere. Die einen ständigen Mangel spüren. Einen Lebensmangel. Menschen, die brennen, in- and outside. Und deshalb Grenzen überschreiten. Open hearted, open minded. Unkonventionelle Menschen mit revolutionären, rebellischen Gedanken. People with extra power. Feinnervig, aber auch nicht too sensitive.

Stattdessen begegne ich jeden Tag Leuten, die sich aufgegeben haben, sich mit ihrem Leben, das sie führen, schon lange abgefunden haben. Früh gealtert.  Keine Ziele, keine Ansprüche. Statisten in einer statischen Welt. Nichts macht mich verzweifelter: lebensmüde “living dead”, die kein Verlangen mehr spüren. Die ihre Seelenlosigkeit wie ein offenes Buch mit sich herumtragen. Nur kurz aufwachen, wenn die sonst ebenfalls träge  Masse um sie herum aufwacht. Zur FußballPrimeTime. Brot und Spiele for free. Und danach wieder wie ein Hefeteig in sich zusammenfallen.

Ich verliebe mich schnell und nachhaltig. Sehr spontan. Meist in virtuelle Personen. Blogger/innen die mich durch ihre Wortspiele und ihrer geschriebenen Intelligenz innerlich sprachlos verzaubern. Ich bin dann so ergriffen, dass ich mir wünsche, die Person hinter dem Blog kennen zu lernen. Ihr persönlich gegenüberzustehen. Und dann … I have no idea. Wahrscheinlich würde ich sie nur wie eine Ikone anstarren. Und dann einen völlig banalen, alles zerstörenden Satz von mir geben…

people: Alice. Sie kam heute erst kurz vor 22.30 Uhr nach Hause. Spätdienst. Schwarzer Rock. Ärmelloses Shirt. Braungebrannt. Mit strahlend weißem Lächeln. Sie sagt, dass sie die Strecke von Klinikum hin und zurück mit ihrem Bike gefahren sei. Dabei sieht sie so erholt aus, als käme sie gerade von einem WellnessWochenende. Aber es ist Mittwoch. Mitten in der Woche. Und es ist heiß. So heiß, dass ich mich nur ganz vorsichtig bewege. Wir befinden uns auf ihrem Balkon. Sie fragt mich, wie mein Tag war. Was die Kinder so gemacht haben. Es entwickelt sich der typische, unverfängliche SmallTalk zwischen uns. Auch wenn wir seit nun über 3 Jahren getrennt (und fast geschieden) voneinander leben, ist da noch etwas. Eine langjährige Vertrautheit und ein Sich-in-und-auswendig-kennen.Augenblicklich die Gefühle und Befindlichkeiten des Anderen deuten und auch verstehen können.  Früher meinte Alice, dass ich sie durchschaut hätte, ihre Seele erforscht, und ich sie deshalb jederzeit manipulieren könne. Dass sie verletzbarer geworden sei. Für mich aber ist sie durch diese Transparenz  nur noch schöner geworden …

on heavy rotation: BlakRoc: Ain’t Nothing Like You (Hoochie Coo) Ft. Mos Def and Jim Jones Genau der passende Song zu den schweißtreibenden Temperaturen da draußen:  pulsiert erst  zeitlupenartig dahin und geht dann direkt ins bloody ZNS. Musikalischer Traubenzucker.

Wenn nichts dazwischen kommt, dann poste ich morgen mal eine Liste meiner besten Summer-Feel-good-Songs. Mal ganz abgesehen von den all-time classics wie The Lovin’ Spoonfuls “Summer in the City” oder Mungo Jerrys “In the Summertime”. Wäre ja auch verdammt zu einfach. Das Wort “summer” verbanne ich also gleich mal.

www: ein aktuelles PrintInterview (SZ) mit einem der für mich besten ‘universal artists ever’ ;  great painter, great film-maker ( love him or hate him): Julian Schnabel.

High Noon. Seit Stunden auf schattenlosem Asphalt. Rauchen. Sich die Seele aus dem Bauch schwitzen. In den wolkenfreien Himmel starren. Um ihn herum ionisierende Glut. He´s waiting for no one. Die mitgebrachte Wasserflasche: leer. Verzweiflung.  Er greift in seine Jeans. Linke Tasche:  ein ladegehemmter Colt. rechts:  sein heißgeliebter IPod.

Das Gehirn läuft nur noch im Rückwärtsgang. Keine klaren Gedanken mehr. Hauchdünne Silberfäden.  Dann die Entscheidung:

10 Songs between heaven & hell. Zwischen real madness und erstickender Normalität.

- Marsmobil  “Mangia Amore”

- Red Hot Chili Peppers “Under The Bridge”

- Unkle “Rabbit in your headlight

- The Temper Trap “Fader”

- Les Rita Mitsouko “Marcia Baila”

- Born Ruffians “What to say”

- Jarvis Cocker “Further Complications”

- Gorillaz “Stylo”

- The Phenomenal Handclap Band “Baby”

- Marvin Gaye “If I should die tonight”

Zeitumstellungs_fail. Die Power Station hat ihre TextBrennstäbe immer zwei Stunden später wiederaufbereitet. Mein für heute vorgesehener Eintrag wurde deshalb schon gestern sichtbar. Weird, denn jetzt erweckt es den Eindruck, als wäre ich auch noch schreib-süchtig. Ich glaube, es tauchen unter dem gestrigen Datum gleich 3 Einträge auf. War so nicht beabsichtigt. Trotz aller Strukturbedürftigkeit bin ich doch kein Fall für die geschlossene Abteilung (obwohl Psychiatrien immer eine gewisse abschreckende Faszination auf mich ausüben, wobei ich ja Angst vor bewusstseinsverändernden Pillen habe, und in einer solche MenschenAufbewahrungHeilstätte  gibt es natürlich ein ganzes Arsenal davon …). Apropos Pillen und ihre Wirkung. Ein toller Abschreckungsfilm zu diesem Thema: Charlie Bartlett. Da wird dem Protagonisten, Charlie B. von seinem Psychologen Ritalin verschrieben. Hat aber eine vollkommen unbeabsichtigte Nebenwirkung: Charlie schmeißt sich die Pillen nicht nur selber ein, sondern fungiert damit gleichzeitig als DrugDealer an seiner Schule. Schließlich ist die halbe Lehranstalt (leider nur die “Schülerschaft”)  auf Droge. Ich wusste ja immer, wie gefährlich [amerikanische]  Bildungseinrichtungen sind.

Politics sucks ! Erst recht wenn , Wulff als “Brückenbauer, der Menschen zusammenführt” gilt.  Meint zumindest Westerfönwelle Guido. Ein blasser (gesichtsloser) Politiker auf einem rein repräsentativen, aussichtslosen Posten: Bundespräsident sein ist wie eine Prinzessin Di_Stellung einzunehmen: shaking hands, Schirmherrschaft und Wohltätigkeitsveranstaltungen (incl. Begnadigungsgesuche ablehnen). Nur dass Wuff wahrscheinlich von Paparazzi verschont bleibt: Politiker sind ja so verdammt unsexy.

Deutschland hat immer die politischen Köpfe, die es sich in ihren schönsten Träumen herbeisehnt. Kollektivwunsch also. Irgendwo muss es da einen pool geben: Politiker, die ich längst für tot gehalten habe, tauchen plötzlich wieder auf: Gauck. Ich dachte, der wäre auch „abgewickelt“ worden. Das Geschäft mit der DDR (die bei vielen Leuten, auch nach 20 Jahren immer noch als neue Bundesländer bezeichnet werden, so als wäre es erst gestern passiert) hört wohl nie ganz auf.

Was gibt´s sonst noch so ? In der aktuellen ‘cinema’ ab Seite 19: ein TVShow-Ranking. Eine Liste mit den 100 besten ‘Fernsehserien’. Für mich ist sowieso fragwürdig, wie solche Listen zustande kommen. Wer dafür verantwortlich ist, eine so geniale Serie wie „Six Feet Under“ auf den 60. Platz zu verweisen, und Shows wie [scrups] erst gar nicht aufzuführen. Andererseits dann „Mit Schirm, Charme und Melone“ auf einen der vordersten Ränge. Komische, und für mich nicht unbedingt repräsentative Zusammenstellung …

That´s all for today. Kein weiterer post in der Warteschleife …

Love less ordinary. Bei den heißen Temperaturen sicher kein sooo großes Problem. Entweder ein gemeinsamer Open Air Pool Besuch, oder sich ganz, ganz langsam in abgedunkelten Räumen bewegen ….creepy creatures …

En tout cas: gemeinsam auf das Ende der Große Hitze warten, auch wenn das Wetterhoroskop nur eine kurze Abkühlung verspricht.

Andererseits gibt es immer noch ein paar feine Alternativen zwischen den Extremen (zwischen körperlichem Minimalismus und Sich-zu-Tode-schwitzen). Und kein besserer ‘point in time’ als ein ruhiges, arbeitsfreies Wochenende. Deshalb ein paar Vorschläge. Aktivitäten für drinnen und draußen. Leider machen die meisten Dinge nur zu Zweit richtig Spaß.
So take some advice from a lonely and sweaty stranger:

- schon morgens eine Pyjamaparty starten. Ohne Pyjamas, aber dafür mit einem exquisiten Vorrat an nicht alkoholischen Getränken;

- endlich die bösen Schwiegereltern in spe besuchen und ihnen klarmachen, dass man in der nächsten Woche heiraten wird. Und außerdem so ganz nebenbei erwähnen, dass man demnächst auch ein Baby erwarte. Könnte durchaus eine nette Grenzerfahrung werden …;

- auf einer open area in freier Natur ein late night dinner abhalten. Und bis zum Sonnenaufgang den Sternenhimmel beobachten. (Sterne sind für mich nur helle Punkte auf dunkler, weiter Fläche, trotzdem werde ich beim Anblick immer wieder stark melancholisch);

- sich einen Hund kaufen, und ihm den verrücktesten Namen der Welt geben;

- gemeinsam einen Blog schreiben (machen auch schon einige „Paare“) und dort über sein schönstes Liebeserlebnis posten;

- sich dieses Buch besorgen: und dann stundenlang abwechselnd daraus “vorlesen”;

- auf dem belebtesten Platz der Stadt eine unangekündigte Sit-In organisieren: for more freedom in sex , oder so …

- spät nachts eine Autotour (beste Zeit nach 3.00 Uhr) ins benachbarte Villenviertel unternehmen, geöffnete Seitenfenster, und in voller Lautstärke „Heads will roll“ (The Yeah Yeah Yeahs) spielen, und gleich „Jolene“ (The White Stripes) hinterher. Übrigens ein lang gehegter, stiller Wunsch von mir …aber leider hab ich ja ‘no woman, no car’ …

- irgendwann nach Hause kommen, und anfangen, die komplette Wohnung neu zu streichen: rot mit kleinen weißen Punkten, wahlweise auch in Pfefferminzgrün oder Schlumpfblau.

- und falls dann noch Zeit übrig ist: die Without_a_ Pyjama_Party mit einer Lost_and_found_CD-Party verbinden: alle seit Jahren ungehörten CDs auf einen Haufen und von den jeweils schlechtesten und besten Songs eine Compilation für die Ewigkeit zusammenstellen.

people: too many …Schulfest von 14.45 bis 17.00 …die Hölle: heiß, fast ohne Schatten, und alles Eltern und andere Begleiter, die ich nicht kannte und die mich nicht kannten. Noch etwas heißer, und ich hätte mich selbst entzündet ….

www: Haruki Murakami´s “offizielle” Webseite ( Autor von „Gefährliche Geliebte“ und „Wilde Schafsjagd“); mein aktueller Lesestoff …

on heavy rotation: ein Song, den man wahrscheinlich öfter hören muss, um ihn zu mögen. Dann aber für immer und ewig: Kele Okereke: Tenderoni (von der Choreographie erinnert der Clip mich entfernt an Kylie Minogues „ Can´t get you out of my head“ )

Eindeutig viel zu heiß. Klassisches Herzinfarktwetter. Bei mir sowieso immer eine Frage der körperlichen Befindlichkeit. Ab einer gewissen Außentemperatur werde ich ungewollt aggressiv: heute morgen beim Schwimmen. Ich hätte jeden, der mir zu nahe kam, in Stücke reißen können. Wäre ich ein Hai, dann … aber Haie greifen ja nur dann an, wenn sie provoziert wurden. Und JA: ich fühlte mich durch die Beckenrandschwimmer und Quertreiber gereizt und herausgefordert. Und ich hasse mich dafür: ich verabscheue meine Gewaltfantasien. Wenn ich merke, dass ich zu einem rücksichtslosen Killer-’Magneto’-Hai, mutieren könnte, verwünsche ich mich. Gedanklich reichen ein paar gezielte Gesten aus, um das Becken wie das Rote Meer in zwei meterhohe Wassersäulen zerteilen zu können, freier Durchgangskorridor, just for me. Ok, alles findet nur in meinem Kopf statt. Außerhalb meines Kopfes kann ich mich zusammenreißen, und anstatt meine Verzweiflung gegen Andere zu entladen, werde ich höchstens self-destructive …

people: my son. Er musste feststellen, dass die Panini-Fußballkarten in seiner Hosentasche mit den ebenfalls in der Hose befindlichen Schokoladenresten eine unheilvolle Symbiose eingegangen sind. Die FußballBildchen waren zum Teil an den Seitenrändern verschmiert_verklebt. Um den Schaden eingrenzen, hat er den in Frage kommenden Kartenstapel ins Eisfach gelegt … naturwissenschaftliche Rettungsaktion; nach ca. 3 Stunden konnte er dann die hart gewordene Schokomasse von den Stickern kratzen.

on heavy rotation:

www: in dem Zusammenhang vielleicht auch gleich die Website von Tom Waits.

Sonntag. Kurz nach 7.00 und eine merkwürdige Schlechtwetterfront nähert sich. Merkwürdig deshalb, weil es sich um einen gewitter_ähnlichen Zustand handelt: eine wahrscheinlich nur vorgetäuscht meteorologische Gleichgültigkeit: ein Noch-nicht-so-genau-entscheiden-können-und-wollen der ‘weather gods’: nur Donnergrollen, WolkenVerdunklung, später vielleicht etwas Hagel, Sturm, starker Regen oder doch lieber gleich das volle Programm: Weltuntergang incl. Sintflut.

Der Sommer ist die Jahreszeit, in der man entweder schnell stirbt oder langsam verrückt wird. Voraussetzung ist natürlich eine extreme Hitze. Konstante Temperaturen über 30° C, die eine Gehirnschmelze begünstigen können.

Beweise wanted ? Hier ein paar Filme, die exemplarisch zeigen, dass die Monate Juni bis August (der amerikanische Sommer kann da natürlich etwas länger ausfallen, k.A.) die sind, in denen es zu signifikanten, menschlich hochdramatischen Szenen kommt:

Falling down

Rear window

Sin City

The Beach

Stealing Beauty

Vicky Cristina Barcelona

A good year

No country for old men

Y tu mamá también

U Turn

Hot Spot

people: mein einziger, bester Freund, -der Bachelorstudent aus GB also-, der sich gerade in Germany aufhält. Er hat mich eingeladen, mit ihm und seiner “Familie” den heutigen Tag im Kirschgarten (VGN Preisstufe 9), zu verbringen.

www:  Ein Regisseur, der das Gefühl des ewigen Sommers suggeriert. Und überhaupt:Alomodóvar ist mein Filmgott. There´s no one above him.

on heavy rotation: Massive Attack “Inertia Creeps”

Gestern im Kirschgarten war ich einer der wenigen Eingeweihten. Mein einziger bester Freund (nennen wir ihn jetzt mal Felix, passt zwar nicht zu ihm, mir fällt aber spontan kein besserer Name ein) hatte mir am Samstag Abend noch eine mail geschickt; die aktuelle Telefonnummer von Alice hatte er leider nicht. Bei mir war nämlich wieder KidsWeekend, und während dieses Zeitraumes bin ich dann oft wie vom Erdboden verschluckt. Mich zu erreichen, ist sowieso immer ein Problem, vor allem weil ich kein aktives Handy besitze.
Aber es hat ja noch geklappt. Bereits am Mittwoch fährt Felix wieder Richtung Great Britain. Wir haben uns seit über einem halben Jahr nicht mehr gesehen. Das letzte Mal Anfang Dezember. Das genaue Datum weiß ich nicht mehr. Es war kalt (irgendwann hat es noch angefangen zu schneien, und auch dieser Moment ist in Erinnerung geblieben: Felix und ich, wie wir nach Mitternacht durch die einsam-verschlafenen Straßen Nürnbergs gehen) und er saß in meiner Wohnung vor meinem Midlifeloverblog und sollte einen Gastbeitrag schreiben. Ein unvergessener Moment. Er saß da, und ihm fielen lange nicht die passenden Worte ein. Eine Art SchreibBlogKade. So wie es mir jetzt im Moment geht. Plötzlich ist alles das, was ich sagen wollte, -die vagen und greifbaren Notizen im Kopf-, weggewischt. Das, was übrig ist, sind nur unzusammenhängende Satzfetzen …und ich weiß nicht, ob es mir gelingt, daraus jetzt ein einigermaßen klares Bild meiner Gefühle entstehen zu lassen.

Dezember 2009 also. Ein halbes Jahr später ist fast nichts mehr so wie es war. Oder vielleicht doch. Ich weiß es nicht. Hat diese verdammte Diagnose “malignes Lymphom” wirklich solchen Einfluss auf sein und unser Leben ? Ja und nein. Das was war, wird immer da sein. Die Vergangenheit ist sowieso ein fester Bestandteil meines Ichs, auch wenn ich viele Dinge um mich herum vergesse und verdränge. An die guten Dinge erinnere ich mich immer. Meist sind es nur Fragmente, kurze helle Punkte, die mein anderes Gedankentreibgut überfluten.

Das, was noch passieren wird, müssen wir auf uns zukommen lassen. Es fällt schwer, aber ich werde es versuchen. Eine andere Möglichkeit diese Situation wenigstens gedanklich “in den Griff” zu kriegen, gibt es voraussichtlich auch nicht.

Ich vertraue auf gute und erfolgversprechende Behandlungsmethoden für ihn, und deshalb ist da noch sehr, sehr viel Hoffnung.

Die Zeit mit Felix verging wie im Flug. Wir waren ca. 9 Stunden zusammen. Nicht nur ich und er. Sondern auch seine Familie und ein paar andere Freunde. Es war ein großes Meet-and-Greet_MafiaHappening, schließlich eine Generationen übergreifende Party. Von dem 3(?)jährigen Neffen bis zu Felix Mutter. Alle waren anwesend. Wir haben zusammen ein Baumhaus gebaut (zumindest die Abschlussarbeiten durchgeführt), Fußball gespielt (2:2), Kirschen gepflückt und Mittag- und Abendbrot gegessen.

Seine Freundin, die mit ihm in Canterbury wohnt, war auch da. Die beiden kennen sich jetzt schon fast 10 Jahre. Zehn schöne und schwere Jahre. Sie haben oft miteinander gekämpft. Haben sich zerfetzt und dann wieder zusammengesetzt. Gemeinsam die Scherben aufgesammelt und sich gegenseitig die Wunden geleckt. Sie haben das geschafft, was Alice und ich nicht konnten: sie haben sich und ihre Liebe zueinander nie aufgegeben. Einfach tief durchgeatmet und weiter gemacht. Sind keine Konflikte aus dem Weg gegangen und haben dadurch nicht nur sich selbst und ihr Handeln zum Thema gemacht, sondern sind verwundbar geworden und konnten immer tiefer in ihre Seelen blicken. Falls ich jemals eine neue Beziehung eingehen kann, will ich eine ähnliche Aufrichtigkeit und Liebesfähigkeit entwickeln können. Bis jetzt war ich -sobald es “ernst” wurde-, rückfällig. Es scheiterte an der Tatsache, dass ich Alice noch liebe liebte. Nicht realisieren konnte, dass es wirklich und endgültig vorbei ist. Es gab viele weak moments, in denen ich andere verletzt habe. Auch wenn ich es nicht wollte, immer wieder an meine Grenzen gestoßen bin.

Ich habe außerdem festgestellt, dass ich ein Familienmensch bin. Es war mir zwar immer irgendwie bewusst, dass ich einen Mangel verspüre. Dieser Sonntag aber hat mir wieder mal bewiesen, dass ich jemand bin, der ohne familiäre und freundschaftliche Geborgenheit nicht leben kann.

Ok, natürlich kann ich die Kinder regelmäßig sehen, so oft ich will. Aber es sind andere Grundvoraussetzungen. Es hat nichts Ursprüngliches mehr. Wir sind nur noch eine halbe Familie. Eine große Lücke, die dazwischen klafft. Immer jemand, der fehlt. Und auch wenn ich Alice genauso oft wie die Kids sehe, ist es doch anders. Schwer beschreibbar …es sind nur Teile, nicht das große Ganze.

Jedenfalls ist Felix mein “hero of all times”. Wie er bemüht ist, sich nichts anmerken zu lassen. Und trotz der Diagnose Lebensfreude versprüht. Er spielt es nicht nur, sondern er ist es. Wahrhaftig. Und dann gibt es kurze Augenblicke großer innerer Zerrissenheit. Ich konnte nicht anders, als ihn immer wieder heimlich zu beobachten. Ich habe mich dabei mies gefühlt. Aber ich konnte nicht anders. Weil ich sehen wollte, wie er sich verändert hat, nicht äußerlich, sondern wie er die Lage innerkräftemäßig übersteht. Denn nicht nur die Krankheit, sondern auch die Tatsache, dass er seiner Familie bisher nichts davon gesagt hat, ist ein Faktor, der ihn sehr belastet. Aber genau das macht seine Größe aus: er will, dass sich niemand um ihn Sorgen machen muss. Er will keine falsche Harmonie, sondern das Gefühl der absoluten Stabilität aufrecht erhalten. Und das ist ihm gelungen. Ich bin stolz auf ihn. Und werde es immer sein. Egal, was noch passieren wird …

Hm, es gäbe noch so unendlich viel zu sagen. Über den gestrigen Tag, über Felix. Das, was er für mich bedeutet. Aber alles, was ich schreibe, kommt mir so unglaublich banal vor. Worte, die nicht die Verlängerung meiner Gedanken sind, sondern nur aneinandergereihte Buchstaben. Ohne Herzblut. Das was ich wirklich sagen möchte, bleibt ungesagt, so wie immer …

people: –

www: kopfbunt.de … ein Design_Weblog

on heavy rotation: Dead Man´s Bones. Disney meets Tim Burton meets Nick Cave meets Adams Family meets Bela Lugosi … einfach gruseliges bang.bang OhrenKino.

I need some snow …

Während ganz FußballWonderland sich vor den heimischen und öffentlichen TVGeräten wieder mal den Kopf und die Leber wund schlägt , bleibe ich @ home; bin etwas deprimiert, weil heute ein spannendes TelefonDate ausfällt und ich mir jetzt – um nicht komplett durchzudrehen-, ersatzdrogen_bedingt eine DVD spritzen muss:

people: heute Morgen: eine ca. 35jährige StraßenbahnMitfahrerin mit zwei metallenen PeaceZeichen um den Hals: ein kleines, und ein übergroßes. Die Frau selbst sah aus, als würde in ihrer Seele ein ewiger, pestzellulärer Krieg stattfinden. I was really scared.

www: Anästhesist werden und die Leute endlich mal nicht um, sondern in den Schlaf bringen.

on heavy rotation: Hockey Too fake

Ich spiele jetzt Hockey ….auf meinem PC. Wären alle BoyBands nur so cool wie sie, die Welt hätte mehr Liebes-LieblingsLieder. Kann mich momentan wirklich nicht satt hören. Zur Zeit steht dieser Song hoch im Kurs:

Ansonsten: wieder mal ein Stapel neuer (alter) DVDs. Irgendwie muss ich runterkommen. In den letzten Tagen stehe ich emotional in Flammen. Weiß nicht mehr, was ich denken soll oder kann. Weiß nicht mehr, was ich kann. Und wo ich mich wieder nur selbst belüge. Ich fühle mich wertlos. Und langweilig. Alles was ich denke, ist die Wiederholung eines einzigen Urgedankens. Und dann dieses kitschigrote NeonSchild: LoveLoveLove. Ob sich meine Traurigkeit noch steigern lässt, oder das Glück so unbeschreiblich und flüchtig ist, wie ein unbedeutender Fingerzeig des Schicksals. Klopf klopf, but no one´s there …

Ok, hier jedenfalls meine aktuelle DVD-Liste. Und wie immer enthält sie Filme, die ich zwar dringend sehen müsste, mich bisher jedoch dazu nicht durchringen konnte: “Gomorrha” und “Into the Wild” z.B.; da weiß ich jetzt schon, dass ich am Ende so bewegt sein werde, dass ich wahrscheinlich in Tränen ausbreche. Solche Filme kann ich mir nur angucken, wenn es mir wirklich gut geht, wenn ich stabil genug bin:

- Fog of War
- Hannibal
- Flood
- Gomorrha
- The Young Victoria
- Ricky
- Shrooms
- Into the Wild
- The Day the Earth stood still

people: my ego has vanished for a couple of hours …

www: Radio Z. Ein alternativer Nürnberger Lokalsender. Kaum zu glauben, dass ich da mal gearbeitet habe …

on heavy rotation: Zola Jesus “Clay Bodies”

Alles ist zu viel. Zu schnell. Zu grell. Ich drehe mich mit meinen Gedanken im Kreis. Meine Gedanken denken mich. Da ist diese Schlinge um meinen Kopf, die sich immer fester zieht, und dieser Knoten in meinem Hals. Nicht nur da. My whole body´s infected.

Ich werde nie in der Lage sein, dass, was ich fühle und denke, in Worte zu fassen. Unmissverständliche Worte. Worte als Verlängerung meiner inneren Stimme. Worte, die wie ein X-Ray meinen GedankenKnochenBau zeigen. Am liebsten würde ich jetzt verstummen. Vorher noch ein letztes Mal schreien. As loud as I can …

Stattdessen verlangsame ich mich, entschleunige mein Lebenstempo
und werde bewegungslos. Komatös. Eine Mumie in stabiler Seitenlage.

Mein Selbstmitleid: eine Motte, die gegen das Licht fliegt, sich die Flügel verbrennt, abstürzt und langsam stirbt.

people:-

www: Harper´s Magazine

on heavy rotation: Chet Baker “Candy”

Gestern: FußballFremdGucken bei den Ex_Schwiegereltern … weil mein Sohn es so wollte … und unglaublich, aber wahr: ich hatte Spaß dabei. Aber nur weil ich für Uruguay war, die schienen mir sofort kampfbereiter als die deutsche Mannschaft. Und so saßen wir zu viert vor dem TV-Gerät und sahen 22 (+1) Herren beim Ballspielen zu und immer, wenn ich von der Toilette kam, gab es kurz danach ein Tor. Irgendwie kam ich mir wie dieser weissagende Tintenfisch vor, nur statt Tinte Urin, aber lassen wir das.

Meine depressive Phase ist auch vorbei, heute bin ich mal manisch. Und deshalb gibt es auch endlich mal ein Abbild meines personifizierten Ichs. Aus einer selbstinitiierten Fotosession. Lasst euch von der strengen MassenmörderFresse nicht täuschen. Ganz so schlimm ist es nicht, aber wenn ich lächle, sehe ich noch bescheuerter aus.

Das Foto enthält übrigens einen kleinen Schönheitsfehler: Eine Braue, die mir ironisch ins Auge sticht. Ansonsten bin ich so fotogen wie ein Stück Butter, das langsam in der Sonne schmilzt.

www: id-mag

on heavy rotation: Frankie Valli and The 4 Seasons “Can’t Take My Eyes off You”

Hätte nie gedacht, dass ich mich dem Massengeschmack unterwerfen würde. Bis mir ein Buch von Stuckrad-Barre in die Hände fiel. Nein, nicht diese Olli-Pocher (ein Brechmittel, in jeder Hinischt)-Filmvorlage “Vollidiot”, sondern eine Compilation verschiedener Zeitungsreportagen: “Remix 2″.
Aktuell ist v. Stuckrad-Barres “Auch Deutsche unter den Opfern” auf den BestsellerListen. Eine Lesereise ist auch anberaumt. Aber ich meide ja solche Veranstaltungen und auch ein Spiegel-Ranking lässt mich kalt. Ja, ich habe eine regelrechte Abneigung was Verkaufszahlen und diesbezügliche Massenlesbarkeit betrifft.

Ein Beispiel Stuckrad-Barre´scher Fabulierkunst (Remix 2) : aus dem Gartennazi-Text. Eine fiktive O-Ton-Collage (Der Liedermacher hatte im Sommer 2002 seine Sylter Nachbarn als “Gartennazis” bezeichnet, weil sie sich unentwegt (meist rasenmäher_lärmend) und exzessiv der Pflege ihrer privaten Grünflächen widmeten):

Dr. Georg Ringswandl: Reinhard Mey verkörpert im Grunde genommen die Speerspitze des Linksspießertums. Vor Jahren rief er mal im SZ-Magazin den Trend “Vegetarisches Grillen” aus. Ja geht´s noch? Ich weiß noch, da hab ich damals direkt in die Zeitschrift kotzen müssen.”

Ebenfalls lesenswert: den Artikel über die Liebeshölle von Kurt und Paola Felix, ein interessanter Bericht über ein Treffen mit der immer etwas zu hippen Nicole Krebitz. Und auch sehr schön: das Lästern über T-Shirt-Spruch-Träger/innen (” Manche empfinden es auch als gewiefte Volte, T-Shirts zu tragen, die in der Kindheit als uncool galten: mit den Logos von Freizeitparks oder lokalen Turnsportvereinen drauf. Diese T-Shirts werden in Secondhandläden gekauft und riechen wie die Ironie ihrer Träger meist muffig, auch zwicken sie an den Achseln, und mit dem unbezwingbaren Vorbesitzerschweiß mischt sich der eigene…” )

Bei dieser hirnaufweichenden GrillglutHitze dann besonders schön die Achsel-, Brust- und Rückenschweißflecken.

people:ich:Wortfindungsprobleme. Es war aber auch scheißheiß. Bei meinem CallBoyJob in einem 40 qm² Raum mit geschlossen Fenstern (wenn man sie öffnen würde: naher Plärrer-StraßenVerkehrslärm der die HeadphoneGespräche übertönt) und 3 extrem redefreudigen Kolleginnen. Nach fast 4 Stunden TelefonMarathon bin ich zu allem bereit, und so kam es dann, dass ich der Geschäftsleitung dringend die Anschaffung eines weiteren CallCenter_Radiators empfehlen musste. Kurze Irritation, dann allseitiges Gelächter. Zum Glück hab ich nicht den Kauf eines Vibrators angeregt. Das wäre dann ein äußerst übler, nicht entschuldbarer Freud´scher Versprecher gewesen.

www:HBO, weltbester TV-Serien-Sender.

on heavy rotation: The Gaslight Anthem “The ’59 Sound (Performance Only Version)”

Edit: Peinlich, peinlich. Aber der “Vollidiot” ist zum Glück nicht von Stuckrad-Barre, sondern von Tommy Jaud. Was ich von dem halte lass ich jetzt mal unkommentiert. Man muss sich im Grunde genommen ja auch nur die entsprechenden Buchcover anschauen. Da erübrigt sich dann jede weitere Erklärung.

Tatsächlich sehe ich in den letzten Tagen klarer. Keine unwegsame dunkle und einsame Straße mehr, sondern ein heller lichtdurchfluteter Platz. Es ist noch etwas zu früh, den genauen Grund für mein Glücklichsein darzulegen. Aber das ich definitiv anfange, wieder zu leben und zu atmen, ist ein unbeschreibliches gutes Gefühl. Und in dieser Qualität auch noch nie da gewesen. Und sowieso reichen Worte nie aus. Ich müsste meine Seele herausreißen, um euch zeigen zu können, wie und was gerade mit mir passiert …und selbst dann wäre es nur meine Seele und nicht mein Herz …

Noch immer so verdammt heiß. Selbst mein Laptop schwitzt. Und ich ? Weiß nicht, ob es an oder in mir heißer ist. Das ultimative Glücksgefühl hält jedenfalls an. Verdrängt alle ungewollten unschönen Gedanken. Und hindert mich auf wundervolle Art am “echten” Leben teilzunehmen. Rosa Brillenträger all day long. Eskapismus incl. Herzkammerflimmern. Mein Gedankenbett auf King Size-Größe aufgeblasen. Ich stehe immer öfter neben mir. Mein eigener Doppelgänger, a fool by myself.

Und ich habe mir wieder ein Handy zugelegt. Obwohl ich diese Dinger absolut nicht leiden kann. Nur um ihr etwas näher sein zu können. SMS verschicken. Innerhalb von 5 Stunden war mein 2 EuroStartguthaben aufgebraucht. Und inzwischen finde ich auch die richtigen Tasten, auch wenn ich mich trotzdem immer wieder vertippe… 50 : 50 Trefferquote.

Die tiefe Zuneigung, das entgegengebrachte Vertrauen, und die langen (leider viel zu seltenen) Gespräche mit ihr, verändern mich. Auf eine mir unbekannte Weise …

(Liegt da irgendeine Gesetzmäßigkeit zugrunde: je weniger BlogBesucher, desto mehr Kommentare. Beim Midlifeblog konnte ich noch ein paar Prognosen hinsichtlich der Kommentarhäufigkeit machen. Geht hier gar nicht … )

people: sehr viele, unschön verschwitze Männer und Frauen auf Nürnbergs Straßen. In der U-Bahn. Im CallCenter. Überall. Und auch ich klebe …mein Körper eine große schweißnasse Plakatfläche.

www: The Doors “When You´re Strange” (anscheinend viel besser als das Oliver Stone Biopic)

on heavy rotation: Radiohead “Fake Plastic Trees”

Vielleicht klappt´s ja dieses Jahr … so lange das Wetter mitspielt, Alice nicht irgendeinen blöden Spät- oder Nachtdienst hat und die Pegnitz bis dahin nicht ausgetrocknet ist. Obwohl anscheinend bereits ein paar Bands abgesagt haben. The World/Inferno Friendship Society zum Beispiel hat ihren Gig wieder gecancelt.

Naja, my favorite band wäre ja sowieso The Blackbox Revelation:

Jedenfalls ist das Brückenfestival bedeutend cooler als das 2 Wochen vorher ebenfalls ‘for free’ stattfindende Bardentreffen. Nicht nur von der Location her …sondern weil die Brücken:Musik einfach nicht so abgefuckt massenkompatibel und ‘old stylish’ ist wie auf diesem Multi-Kulti_Sänger_Konvent …für mich inzwischen eher ein Schaden_Treffen …

people:-

www: Ein amerikanischer KinoBlog

on heavy rotation: As I lay dying “Parallels”

Immer dann, wenn ich nichts zu sagen habe, oder wenn mir die Worte ausgehen, muss eine Liste her. Oder ein Zitat. Diesmal ist es eine Zusammenstellung meiner aktuellen Playlist. Natürlich nur ein Teil davon. Songs, die mir auffallen, Songs, die ich immer wieder hören kann:

Major Lazer “Hold the Line”

The Drums “Let´s go surfing”

Jay-Z feat. Swizz Beatz “On the next one”

The Thermals “Now we can see”

Uffie “Pop the Glock”

The Mynabirds “Numbers don´t lie”

Yuksek feat. Amanda Blank “Extraball”

Benjamin Biolay “Padam”

Damien Jurado “Caskets”

The Streets “Blinded by the lights”

Hope, you´ll enjoy it …

Zwischenfall

Ich schreibe dir
Noch immer
Dass ich dich liebe

Ich schreibe
Dass ich dich liebe
Und dass du nicht da bist

Aber dass ich nicht allein bin:
Denn ich
Sitze neben mir

Ich sehe mich an
Und nicke
Und strecke die Hand aus

Ich rühre mich an
Und freue mich
Dass ich noch da bin

Ich bin froh
Dass ich nicht allein bin
Wenn ich dir schreibe

Ich hebe den Kopf
Und sehe:
Ich bin nicht mehr da

Bin ich
Zu dir gegangen?
Ich kann nicht mehr schreiben

(Erich Fried)

Es ist still geworden. Weil ich einfach nicht mehr kann. Es ist die Zeit der Schreiblosigkeit, eine hoffentlich nur vorübergehende Phase. Meine Worte sind wie vom Brackwasser aufgedunsene Wattebällchen. Sie stecken in einem tiefen, engen Gedankenkanal fest. Irgendwie gehören sie nicht mir. Sind fremdes Treibgut. Schmuggelware. Noch nie bin ich so gegen eigene Widerstände gelaufen. Habe mir den Kopf blutig geschlagen; mein Kopf, der nur noch eine selbstrotierende Schneekugel ist. Ein fehlgesteuerter Satellit im schwarzen Orbit.

Mein größtes Problem sind meine nicht in den Griff zu bekommenden Verlustängste. Ein ständiges Verlangen sie zu sehen, zu hören, zu fühlen. Die Panik, dass sie plötzlich nicht mehr da sein könnte.

Oui, je suis amoureux. Und es ist eine Krankheit, und ich mein eigener Krankheitserreger; self infected, anders kann man es nicht beschreiben. Weil ich zu stark liebe, zu viele Anrufe, mails und SMS von mir kommen, einfach weil ich in mir ruhelos bin. Mich nicht ‘normal’ verhalte.

Sie hingegen ist zur Zeit mit vielen anderen Dingen beschäftigt ist. Nachtdienst, Umzug, Stress mit Ex … Dinge, die in meinem Leben nicht vorkommen, nicht in dieser komplexen Art.

So wie es aussieht, muss ich erst wieder lernen, dass es da ein anderes Leben gibt, das trotz aller Gemeinsamkeiten nie ganz kongruent zu einander läuft. Dass es wunderbare Schnittstellen gibt, viele Treffpunkte, die dann ein großes Ganzes bilden können.

Andererseits bin ich unglaublich glücklich. Ich schwebe, bin gedanklich abwesend und kann es noch immer nicht fassen. Die Heftigkeit und Absolutheit mit der alles begann. Ihr Lächeln, ihre Haut, ihren Duft. Nicht zu vergessen ihre Ironie. Sie sagt immer, was sie denkt. Die Worte kommen unverfälscht. Und genau das macht sie so verdammt liebenswert. Und genau deshalb ist es für mich so schwer, sie nicht hier zu haben. In this very moment. Nicht zu wissen, was sie denkt, fühlt oder gerade tut …

www: The John Paul Getty Museum in L.A. … world-class venue

on heavy rotation: School of Seven Bells ‘Half asleep’

Bitte überhört das christlich (katholisch ?) inspirierte “oh Lord”, und alle anderen glaubensmotivierten Bezüge , für mich ist es einfach ein sehr sehr schönes Liebeslied. Weil es von absoluter Sehnsucht, auch Verlustängsten (wie ich sie immer wieder erfinde empfinde), von Vertrauen und ‘personal guidance’ handelt. Und überhaupt ist heute mal wieder “sad love song day”:

“I drank to drown my pain, but the damned pain learned how to swim, and now I am overwhelmed by this decent and good behavior.”
Frida Kahlo

( … and PLEASE don´t play with my heart)

Auch, oder gerade weil´s “deutsch” ist … ein klarer, tiefer Bergsee. Fernsicht: ein absolut großer, ‘unlauter’ Song:

Hier wurde es ja immer ruhiger. Fast schon wie auf einem verlassenen Autofriedhof. Erklärungen gibt es viele. Wenn ich über längere Zeit hinweg schweige, mich ruhig verhalte, hat das meist multikausale Ursachen. Wobei ich Thomas Bernhard (auch der musste ja als ‘Lückenbüßer’ herhalten) zitieren möchte: die Ursache bin ich. Es liegt natürlich immer an mir. Niemand sonst kann und will ich für das, was passiert verantwortlich machen. Kurz gesagt: ich stecke immer noch in einer Liebeskrise. Die sich dann gleichzeitig zu einer Blogkrise ausweiten konnte. Wahrscheinlich bereits meine 9. oder 10., denn ich letzter Zeit denke ich wieder ernsthaft darüber nach, das ‘öffentliche’ Schreiben einzustellen. Struktur und Selbsttherapie hin oder her. Denn was habe ich zu sagen ? Und vor allem: wem hätte ich etwas sagen ? Etwas, das Bestand hält, etwas das bleibt. Alles, was ich kann, ist mich selbst beweinen. Noch tiefer in meine Verzweiflung eindringen, wie in einem Untertagebau … wobei ich kein schwarzes Gold fördere, sondern der Umwelt meine 1000 Ängste beschreibe. Ja, gibt ein ‘full package’ davon, fest verschnürt, aber ohne richtige Adresse. Wer bin ich und was möchte ich sein ?

Außerdem: ich leide teilweise unter Mitteilungszwang. Alles, was ich fühle und denke, muss ich dann zu 80 oder 90 Prozent in Form eines Posts transformieren. Oder transpirieren … nein, das einzige, was ich zum Glück nicht ganz verloren habe, ist mein besonderer ‘sense of humour’, den dann wahrscheinlich auch nur ich selbst verstehen kann.

Aber auch ich habe dazu gelernt: es gibt viele Menschen, die sich noch verzweifelter und einsamer fühlen als ich. Und dass es nicht gut ist, von einer Person ‘gerettet’ werden zu wollen. Dass es auch darauf ankommt, zumindest ein Stück weit sich selbst zu lieben, um Andere lieben zu können. Dass Ähnlichkeit der Gefühle auch anstrengend und gefährlich sein kann. Dass ich, auch wenn ich das immer wieder verneinen möchte, ein doch im Grunde genommen sehr ungeduldiger Mensch bin. Und dass ich aufgrund meiner BlogArtikel um 20 Jahre jünger geschätzt werde. Was mich natürlich freut, denn ich wäre gern jünger. Körperlich zumindest. Mein Geist ist mir ja immer einen Schritt voraus. Was unglaublich anstrengend ist. Geist könnte man auch durch Denken, oder noch allgemeiner durch ‘the brain’ ersetzen. Wenn ich es mal schaffen würde, meinem Herzen genauso viel Platz einzuräumen …

Dass ich sämtliche medialen Ablenkungsmöglichkeiten nutze (außer face book), ich durch einen hüfthohen Sumpf schöner Scheinwelten wate, nur um mich nicht mit mir selbst und meinem Schmerz auseinander zu setzen. Eine klaffende, blutende Wunde, die ich mit aller Kraft zu stillen versuche.

Aber irgendwie: things are getting better … so langsam, nach und nach. Rückfälle, auch in den embrional hilflosen Zustand zurück, sind dabei natürlich nie ausgeschlossen. It´s not over yet. Nur ein neuer Anfang in Sicht, das entfernte Leuchten am Ende des Tunnels.

The sky is full of dreams, but you don´t know how to fly …

Manchmal hilft es, sich einfach treiben zu lassen … zur Ruhe kommen,wieder die Stille spüren, sich spüren …. man muss es nur zulassen. Das ist die Kunst. Die Kunst zu leben.


(auch wenn es kein ‘official video’ ist, der Text stimmt …)

Wie könnte man am besten die letzten Tage zusammenfassen? Ich versuch´s mal mit “verflogene Illusion”. Es passiert also wieder. It happens again and again. Und ich muss anfangen, mich zu entlieben. Ein schreckliches Wort, mir fällt aber kein passenderes ein. Vergessen vielleicht. Oder sich nur an die schönen Stunden erinnern.
Mit jeder gescheiterten Beziehung lernt man dazu. Was ich nun weiß: versuchen, meine Gefühle in gleichmäßigere und mäßigere Bahnen zu lenken. Diese bei mir sofort auftretende Euphorie abzuschwächen. Nichts überstürzen. Sondern abwarten. Geduld zu üben. Nicht von 0 auf 100, sondern erstmal nur die Hälfte. 50 Prozent. Ich muss buddhistischer werden.

Andererseits könnte man ja auch behaupten, dass dieses Scheitern auch was Gutes hat. Die Power Station kann ihre Arbeit noch nicht einstellen. Ich brauch weiterhin Brennstäbe. Und diese notorische Unterforderung, körperlich und emotional, zwingt mich auch dazu, dieses Blog weiter zu schreiben. Ich kann nicht aufhören, noch nicht…

people: noch ein Schattenwesen, bald vielleicht mehr ?

on heavy rotation: The Asteroids Galaxy Tour: Golden Age

www: MuseumsQuartier Wien, Austria

Momentan ist es wirklich schwer die richtigen Worte zu finden. Vielleicht bin ich ausgebloggt, habe mich entschrieben. Keine Ahnung. Bin möglicherweise auf dem Weg der Selbstfindung ins selbst erwählte Exil des Nicht_Mehr_Schreiben_Könnens entflohen. Ich weiß es nicht. Mir fehlt jetzt einfach die Kraft und auch die richtige Motivation, weiter zu machen. Stattdessen verliere ich mich wieder in sinnlosen, sackgassen:endenden ChatTalks. Ich lebe nicht, ich chatte bloß. Jeden Tag. Vier, fünf Stunden. Es wird jedes Mal später. Und jedes Mal bin ich erschöpfter.

Mittelpunktslos. Die Außenwelt existiert fast nicht mehr, nur noch schattenhafte Phantome, die in Milisekundenschnelle an mir vorbeirauschen. Keine Berührungspunkte, keine tieferen Seelenspuren hinterlassend…

BlogThemen gäbe es ja genug.

Fest vorgenommen: demnächst mal ein genaueres Protokoll meines degenerierten LebensStyles zu erstellen. Was ich so konsumiert habe, in den letzen Tagen und Wochen. Ein bisschen angeberisches Name- and Titledropping.

Die letzte ‘Entdeckung’, bei der nicht wenige von Euch aufstöhnen, sich kopfschüttelnd abwenden und exklamieren werden : ‘Jajaja, ist doch längst bekannt. Hey, die Formation gibt´s schon über 10 Jahre. Haste wohl total verpennt” Klar, sicher doch. Ich hab sie tatsächlich erst heute entdeckt. Groove Armada haben sich an mir vorbei gesungen. Und jetzt groove ich mich durchs YouTubeArchiv und entdecke immer bessere und berauschendere Tracks.
Ihr bester und neuster ist optisch/innovativ einfach nur der pure Wahnsinn. Überirdische Beats. Ich könnte mich todhören:

Eine mexikanische ZweiMannFrauGitarrenband die ich vor kurzem zufällig entdeckt habe. Und die mich jedes Mal, wenn ich sie höre, niederknien lässt. Hatte nie gedacht, dass ich so auf Instrumentalmusik abfahren könnte. Und vor allem, dass es Musiker gibt, die den Teufel im Leib haben. So wahnsinnig ansteckend enthusiastisch sein können. Unbedingter AnspielTipp: Das Stairway to Heaven – Cover.

Was gibt es sonst Neues ? Sehr viel. Sehr viel Postives. Nach meiner stark depressiven Gefühlslage nun ein absolutes emotionales Hoch, von dem ich noch gar nicht fassen kann, dass es wahr ist:

Am Sonntag treffen wir uns. Und haben dann nach über 2 Monaten Zeit füreinander. Sie ist inzwischen umgezogen, hat den neuen Job bekommen und …
Ich möchte nicht zu viel schreiben. Auch nicht über meine Gefühlswelt. Das Liebeschaos hat schon Spuren hinterlassen. Zum ersten Mal habe ich körperlich und seelisch gespürt, wie es ist, einen Menschen zu vermissen. Wirklich zu vermissen, verzweifelt zu vermissen. Ihn weder hören noch sehen zu können, wissen, dass er da ist; dass er sein Leben führt, ich meins und wir trotzdem unerreichbar sind…Königskinder, jeder in seiner Welt und doch schwimmen wir im selben Ozean …

Und wieder mal eine unvollständige Liste meiner “must seen” DVDs für die nächsten 7 (?!) Tage:

Once upon a time in Mexiko

Synecdoche New York

Eden Log

Duplicity

Where she was out

Bright Star

Wimbledon

The Air I breathe

Love (and other desasters)

Transformers

Your favorite song
A song that reminds you of someone
A song that reminds of you of somewhere
A song that reminds you of a certain event
A song that you know all the words to
A song that you can dance to
A song that makes you dream
A song from your favorite band
A song from a band you hate
A song that is a guilty pleasure
A song that no one would expect you to love
A song that describes you
A song that you hear often on the radio
A song that you wish you heard on the radio
A song from your favorite album
A song that you listen to when you’re angry
A song that you listen to when you’re happy
A song that you listen to when you’re sad
A song that you want to play at your wedding
A song that you want to play at your funeral
A song that makes you laugh
A song that you wish you could play
A song that makes you feel guilty
A song from your childhood
Your favorite song at this time last year

Alles verändert sich. Nicht nur die Dinge, die uns umgeben, sondern auch die Menschen. Menschen, an die wir uns gewöhnt haben, und die sonst verlässliche (berechenbare ?) Verhaltensmuster bieten, scheren ohne erkennbaren Grund aus, kommen vom Weg ab oder legen plötzlich eine Vollbremsung hin. So did I.

Nur ein kleiner  Funke, der dann einen ultimativen Flächenbrand zur Folge hatte. Ich war blockiert, gelähmt, und schließlich komplett ausgebrannt. Nichts ging mehr. Auf einmal verlor alles, was vorher noch so unheimlich wichtig war, seine Bedeutung. Und so habe ich auch Hals über Kopf dieses Blog stillgelegt. Ohne Vorwarnung, ohne nähere Erklärung, bin einfach abgetaucht.

So what happend ? Meine letzten Einträge, eigentlich mein ganzes Blog, lieferte ja immer wieder entsprechende Hinweise. Mein seelischer Zustand ist von daher gesehen wie ein blankgeputztes Schaufenster, von allen Seiten einsehbar. Als virtuell-öffentliche Person, zu der ich mich gemacht habe, hatte jede/r 24 Stunden einen ungehinderten Panoramablick auf meine innere Befindlichkeit. Manchmal war ich wirklich erschreckend transparent. Was ich ja auch genauso wollte. Mich platzieren, irgendwo im matten Licht erstrahlen, als Anti_Warhol_5_Minuten_Berühmtheit.

Was ich eigentlich erreichen wollte, hab ich knapp verfehlt: meinem Leben äußere Bezugspunkte (ich nannte es ja oft Struktur) zu geben. Wenn schon kein richtiges Koordinatensystem, so doch wenigstens etwas, an dem ich mich hätte festhalten können. Und über einen langen Zeitraum (mit ein paar Unterbrechungen sogar fast 3 Jahre) ist  mir das  auch irgendwie ganz gut gelungen: beinahe täglich zu bloggen hat mich zwar nicht geheilt -was bei meiner psychopathischen Veranlagung sowieso utopisch ist- , aber immerhin hat es dazu beigetragen, mir mein Ego ein bisschen näher zu bringen. Mich selbst zu durchleuchten, und in einigen Situationen besser  zu durchschauen. Ich habe es gebraucht, genauso wie die Kommentare, die für mich neben dem Schreiben immer sehr wichtig waren. Ein Feedback und ab und zu mal etwas Kritik zu erhalten. Diese Art der Fremdwahrnehmung hat mich mehr als einmal aufgebaut, hat mir Mut gemacht, weiter zu schreiben. Bloggen gehörte bis vor einem halben Jahr zu den alltäglichen Dingen, war grundsätzlich stressfrei und hatte eben auch diesen therapeutischen Nährwert.

Bleibt also die Frage, wieso und warum ich trotzdem damit aufgehört habe. Die genauen Gründe darzulegen, wäre an dieser Stelle sehr kompliziert, deshalb nur ein paar erklärende Halbsätze: unsterblich verliebt, emotionale Abhängigkeit aus der dann bald hartnäckige Anhänglichkeit wurde. Letztendlich war es eine ziemlich einseitige Liebe, eingleisig, weil ich nicht zurück geliebt werden konnte. Meine extreme, ungefilterte Emotionalität hat ihr Angst gemacht. Und sie hing auch noch ein Stück weit in ihrer alten Beziehung fest. Insgesamt war es sehr schnell ein sehr belastendes, Kraft zehrendes Verhältnis.

Seit ungefähr zwei Monaten bin ich wieder bekennender ‘Single’. Gefühlstechnisch bin ich immer noch nicht wieder auf die Beine gekommen, werde jedes Mal rückfällig.  Zeit heilt eben doch nicht alle Wunden. Was als Vorwurf an mich gedacht sein sollte. In Zukunft muss ich versuchen, diesen unkontrollierten ‘stream of emotions’ in gemäßigtere Zonen zu lenken. Nicht mehr so hemmungslos zu sein, mich ganz einfach langsamer zu verlieben. Wenn das Herz überflutet wird, nicht gleich noch den Kopf unter Wasser zu setzen. Einfach auch mal abwarten, die Dinge auf mich zukommen lassen, gelassener werden, all in all.

Und deshalb habe ich mich entschlossen, wieder mit dem Bloggen anzufangen. Um etwas mehr Ordnung ins Chaos zu bringen (auch wenn ich gegen das Wort ‘Ordnung’ schon immer eine tiefe Abneigung hege), um auch wieder an eine gewisse ‘tradition’ anknüpfen zu können. Und das hat nichts mit Weihnachten und der damit zusammenhängenden übersteigerten Wehmut (oder melancholisierenden Nostalgie) zu tun. Erst recht  nicht mit irgendwelchen Vorsätzen fürs nächste Jahr. Einfach, weil ich es hier und jetzt wieder will und weil ich gemerkt habe, dass mir auf Dauer etwas fehlt.

Keine Ahnung, wer noch mitliest, ob die Powerstation ohne ausgewechselte Brennstäbe überhaupt noch genug Energie liefern kann. Und welche virtuellen Freundschaften sich dabei regenerieren lassen (denn ich war nicht nur wordpress sondern auch twitter und den anderen social (network)  societies untreu) …

Außerdem habe ich mir vorgenommen, nicht mehr täglich, sondern nur noch ‘bei Bedarf’ zu bloggen. Vielleicht gelingt es mir dadurch etwas besser, das täglich Unwichtige vom eventuell wöchentlich Wichtigen zu trennen.

Jedenfalls bin ich ab heute wieder öfter hier … ihr auch?

(the inofficial title song)

  • This blog has moved. Allerdings habe habe ich es aus bisher verschiedensten Gründen vermieden, einen entsprechenden link zu setzen.
  • Der neue Blog hat thematisch und inhaltlich andere Schwerpunkte. Ist anders strukturiert, depressiver.

Man verändert sich. Geht vorwärts, rückwärts, schlägt Seiten- und Nebenwege ein.

Happily enough, so do I.

Trotzdem habe ich lange überlegt, ob ich meinen neuen Blog mit diesen  verlinken soll. Außerdem  kann ich mich nicht mehr so richtig mit den alten, vor langer Zeit entstandenen Einträgen identifizieren. Sie kommen mir teilweise sogar fremd vor.

Es wäre falsch zu behaupten, dass ich mich in der Zwischenzeit sehr verändert hätte, und nun ein vollkommen neuer, emotional gewachsener Mensch geworden wäre, andere Ansichten, Gewohnheiten und Interessen hätte. Vieles ist gleich und doch vom inneren Empfinden  nachhaltig anders.

Ich fühle mich unfertiger (manchmal im durchaus positivem Sinn) und orientierungsloser als vielleicht vor drei oder vier Jahren.

Dennoch ist es voraussichtlich Zeit, einen endgültigen Schlussstrich zu meinen ehemaligen Blogs (midlifelover/ the powerstation) zu ziehen.

Zeit, sich der geänderten Situation anzunähern, sich alten und neuen Aufgaben zu entziehen stellen, und in letzter Konsequenz eben auch diese Blogs miteinander zu verbinden.

Es ist eine spontane, mit etwas Sentimentalität verbundene Aktion.

Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn  Einige von Euch mich auf meiner weiteren Reise begleiten würden. Wirklich.